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Eine historische Zeitreise von 1863 bis heute

Begleiten Sie uns ein wenig durch die Geschichte des Roten Kreuzes in Schweinfurt. Von den mühsamen Anfängen, hinweg durch 2 Weltkriege bis hin zur Gegenwart. 

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Ansprechpartner

Herr
Thomas Lindörfer
Kreisgeschäftsführer


Tel: 09721 / 94 904 - 10

lindoerfer(at)brk-schweinfurt.de

BRK-Kreisverband Schweinfurt
Gorch-Fock-Straße 15

97421 Schweinfurt

  • 1863 - 1913

    Die Gründung der Sanitätskolonne

    "Der freiwilligen Sanitäts-Colonne zu Bad Kissingen gewidmet zum Andenken an die Jubiläums Hauptübung der freiwilligen Sanitäts-Colonne Schweinfurt. Abgehalten aus Anlaß 10jährigen Bestehens der Colonne am 10.September 1899."

    Das Jahr 1863 gilt als das Gründungsjahr des Roten Kreuzes, nachdem in diesem Jahr von vier Genfer Bürgern das „Genfer Hilfskomitee für verwundete Soldaten“ gründet wurde, aus dem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz entstanden ist. Schon ein Jahr später waren 10 Staaten der Konvention „Zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde“ beigetreten.

     

    In unserer Region wurde schon im Jahre 1866 die Rotkreuzfahne als neutrales Hilfezeichen in Bad Kissingen beim sogenannten „Bruderkrieg“ eingesetzt, als sich bayerische und preußische Truppen feindlich gegenüberstanden.

     

    In Bayern kam es im Jahre 1866 zur Gründung des Allgemeinen Unterstützungsvereins für verwundete und erkrankte Krieger, der zwei Jahre später seinen Namen in Bayerischer Verein zur Pflege und Unterstützung im Felde verwundeter oder erkrankter Krieger umänderte. Dieser Verein, dem nur Männer angehörten, war die erste Rotkreuzvereinigung Bayerns. Die Frauen bildeten nach einem Aufruf der Königin-Mutter Marie im Jahre 1869 einen Bayerischen Frauenverein vom Roten Kreuz.

     

    Bald wurde in vielen bayerischen Städten und Gemeinden Zweigvereine der beiden Vereine vom Roten Kreuz gegründet, so in Schweinfurt, wo sich 22 angesehne Bürger am 10. Januar 1867 zum Zweigverein des Allgemeinen Unterstützungsvereines zusammenschlossen.

    Am 1. August 1870 gründete man in Schweinfurt einen „Frauenverein vom Roten Kreuz“. Zur Vorsitzenden wurde Frau Ottilie von Kahl gewählt. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 übernahm der Frauenverein die Betreuung der verwundeten und erkrankten Soldaten. Für die Verwundeten in den Lazarettzügen wurden auf dem heutigen Stadtbahnhof eine Verbands- und Erfrischungsstation eingerichtet. Im Städtischen Krankenhaus waren 60 Verwundete und in einem Vereinslazarett, das die Firma Karl Sattler zur Verfügung stellte, weitere 204 verwundete Soldaten zu pflegen. Auch in Werneck wurde 1870 ein Frauenverein gegründet. Während des Krieges 1870/71 bestanden in Werneck zwei Lazarette, in denen insgesamt 136 verwundete Soldaten gepflegt wurden. In der Zeit des Krieges erklärten sich Turner der Turngemeinde Schweinfurt bereit, ein eigenes Sanitätskorps zu bilden um den Verwundetentransport vom Stadtbahnhof zum Krankenhaus und zu den Lazaretten zu übernehmen.

     

    Der Frauenverein vom Roten Kreuz in Schweinfurt, widmete sich nach dem Krieg 1870/71 den Friedensaufgaben. Dennoch wurde die Vorbereitung der Hilfeleistung bei künftigen Kriegen nicht vernachlässigt. Man erklärte sich 1891 bereit, 20 Tage nach einer Mobilmachung in Schweinfurt ein Lazarett für 40 Verwundete einsatzbereit zu haben. Verbandsstoffe und Wäschestücke beschaffte man der ganzen Jahre über und lagerte sie ein. Man unterrichtete interessierte Frauen und Mädchen in der Krankenpflege und ein eigener Nähkreis fertigte Wäschestücke für das Vereinslazarett. Ab 1897 bot der Verein auch Kurse für Wöchnerinnen an. Der Schwerpunkt des Frauenvereins vom Roten Kreuz in Schweinfurt  wurde in der Sozialarbeit gesehen.

     

    Da sich die Sanitätskorps nach den Kriege 1870/71 wieder auflösten, beschloss am 7. April 1874 der Zentralausschuss des Bayerischen Vereins zur Pflege und Unterstützung im Felde verwundeter oder erkrankter Krieger, an den Sitzen der Kreisausschüsse freiwillige Sanitätskolonnen zu bilden. Bis Ende 1876 wurden in Augsburg, München, Regensburg und Würzburg solche Kolonnen gebildet, die dem Zentralausschuss direkt unterstellt waren. Sie hatten sich für den Kriegseinsatz vorzubereiten. Friedensaufgaben, wie die Hilfeleistungen bei Einzel- oder Massenunfällen, wurden schon ausgeübt, aber erst 1906 offiziell zur Dienstpflicht gemacht. 

     

    In Schweinfurt ging die Anregung zur Gründung einer Sanitätskolonne von der Vorstandschaft des Zweigvereins des Bayerischen Landeshilfsvereins, insbesondere von Dr. Bruglocher und Wilhelm Fischer aus. Die Turner der "Turngemeinde Schweinfurt von 1848" kamen den Bitten nach und 58 Mann erklärten sich in der Gründungsversammlung am 18. Juli 1889 zum aktiven Dienst bereit. Die neu gebildete Kolonne nannte sich "Schweinfurter Turner-Sanitätszug". Mitglieder konnten zu Beginn nur Angehörige der Turngemeinde werden. Erst als man 1896 die eigene Satzung aufgab und die Dienstvorschriften der bayerischen Sanitätskolonnen annahm, die jedem deutschen Mann die Mitgliedschaft ermöglichte, erlebte die Kolonnenarbeit einen Aufschwung. Obwohl sich die Kolonne "Turner-Sanitätszug" nannte, gehörte sie doch von Anfang an zum Roten Kreuz, denn in der Satzung war ausdrücklich bestimmt, dass sich der Sanitätszug der Oberleitung des bayerischen Landeshilfsvereins unterordne.

    Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Schweinfurt, wie sie sich nach Übernahme der neuen Satzung nannte, konnte bald das Vertrauen der Bevölkerung und der städtischen Behörden für ihre Arbeit gewinnen. 1891 stellte die Kolonne mit der Genehmigung des Magistrats einen Alarmplan auf, um rasch bei Unglücksfällen eingreifen zu können. In einer Liste, die auf der Polizeihauptwache im Rathaus auflag, waren alle Sanitäter eingetragen. Der diensttuende Polizeisoldat hatte bei einem Unglücksfall sofort den Kolonnenführer zu verständigen, der die nötigen Einsatzkräfte durch die Polizei herbeiholen ließ. Im Jahre 1900 wurde der Kolonne der Gebrauch eines zweitönigen Gruppensignals für die Alarmierung genehmigt. Der Magistrat der Stadt Schweinfurt ersuchte am 5 März 1901 die Kolonne, den Krankentransport in das neu errichtete Krankenhaus dauernd zu übernehmen, nachdem die Sanitäter die Kranken aus dem früheren Städtischen Krankenhaus in das neue Krankenhaus schon verbracht hatten.

    Für die Kolonne standen keine eigenen Unterrichts- und Unterstellräume zur Verfügung. In der Realschule könnte Unterricht erteilt werden und in der Turnhalle wurden einige Geräte untergestellt. Die Stadt stellte 1900 einen Raum im ehemaligen Bürgerhof (heute Städt. Sparkasse) zur Verfügung, in dem die Geräte für Einzelunglücksfälle verwahrt wurden, Als die Feuerwehr 1907 ein eigenes Gerätehaus erhielt, konnte die Kolonne einen Teil ihrer Tragen ein den bisher von der Feuerwehr benutzten Räumen im Rathaus unterbringen.

    Der 1. Kolonnenführer war der Magistratsoffiziant Heinrich Herbert, der der Kolonne von ihrer Gründung bis zum Jahre 1898 vorstand. Die Dienstkleidung der Kolonne bestand zuerst aus der weißen Mütze mit blauem Band und aus der weißen Turnerjacke mit Rotkreuz-Armbinde. Aus Spenden konnte bald die einheitliche vorgeschriebene Ausrüstung und Bekleidung angeschafft werden.

  • 1914 -1918
    Die Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges

    Zum Krankentransport von Zivilpersonen kamen mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges Transporte verwundeter und erkrankter Soldaten in die Lazarette Schweinfurts oder der Umgebung hinzu. An Transportmitteln verfügte die Kolonne über zwei fahrbare Tragen. 1916 kam mit Unterstützung der Stadt eine weitere hinzu, da der alte Bestand für die vielen Transporte nicht mehr ausreichte. Von Geheimrat Ernst Sachs wurde der Kolonne ein bespannbarer Krankenwagen zur Verfügung gestellt. Jedoch konnte sich die Kolonne nicht lange dieses nützlichen Fahrzeugs erfreuen, da es die Militärverwaltung für den Fronteinsatz beschlagnahmte. Einen Möbel- und einen Brückenwagen verwendete man daher für den behelfsmäßigen Krankentransport.

    Während des ganzen Krieges wurde von der Kolonne eine ständige Wache im Hauptbahnhof unterhalten, die laufend mit vier Mann besetzt war. Diese hatte die Aufgabe, jeden ankommenden Personenzug durchzugehen und die mitreisenden Verwundeten zu betreuen, Ankommende Lazarettzüge erforderten den Einsatz größerer Kräfte, die neue Verbände anzulegen oder Verwundeten, soweit sie nicht in Schweinfurter Lazarette eingeliefert wurden, für die Weiterfahrt vorzubereiten hatten. 44 Kolonnenmitglieder wurden Soldaten. Von ihnen sind acht Mann gefallen. Zwei weitere Kameraden verstarben an ihren während des Krieges zugezogener Leiden.

  • 1919 - 1932

    Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg

    Die Lage des Roten Kreuzes nach Beendigung des Krieges war nahezu hoffnungslos. Der alte Staat und die Wehrmacht, mit denen das Rote Kreuz eng verbunden war, bestanden nicht mehr. Die Fürstenhäuser, die eifrige Förderer der Idee Jean Henry Dunants waren, wurden in der Regierungsgewalt abgelöst. Diese einstige Verbundenheit mit der Monarchie hielt viele davon ab, weiterhin im Rotenkreuz mitzuarbeiten, weil sich die Stimmung gegen alles wandte, das als Überbleibsel der alten Zeit gewertet wurde. Es galt für alle Organisationen des Roten Kreuzes eine Neuorientierung zu suchen und zu finden. Die Not nach dem Ersten Weltkrieg war das geeignete Tätigkeitsfeld. Soziale Hilfsarbeit wurde die Hauptaufgabe des Roten Kreuzes. Im Jahre 1920 ging man ernsthaft daran, zu einem motorisiertren Krankenwagen zu kommen. Für 58.000 Mark damaliger Währung wurde mit dem Ergebnis einer Haussammlung und den vorhandenen 28.000 Mark Eigenkapital ein gebrauchter Presto-Wagen angeschafft und auf die erforderlichen Zwecke umgebaut. 1927 hatte das Fahrzeug ausgedient und ein neues Fahrzeug wurde beschafft, das anlässlich einer Übung bei Fichtel & Sachs vorgeführt und anschließend übergeben wurde.

    Hofrat Dr. Franz Sorger wurde sowohl Kolonnenarzt als auch Kolonnenführer. 1922 übernahm Dr. August Meyer diese Doppelfunktion in der Sanitätskolonne Schweinfurt, die er bis 1933 inne hatte. Von der Schweinfurter Sanitätskolonne gingen Bestrebungen aus, in den umliegenden Gemeinden ebenfalls Sanitätskolonnen ins Leben zu rufen. 1925 in Gochsheim, 1926 in Bergrheinfeld, Schwebheim und Werneck, 1927 in Geldersheim, Mainberg, Röthlein, Schonungen und Sennfeld wurden Sanitätskolonnen gegründet. Auch im damaligen Landkreis Gerolzhofen gründete sich 1926 eine Sanitätskolonne.

    1929 wurde in Gochsheim ein Frauenverein vom Rotenkreuz gegründet, der als einziger Frauenverein vom Roten Kreuz bis heute in Unterfranken seine Selbständigkeit bewahrt hat und nicht in eine Frauenbereitschaft oder Bereitschaft umgewandelt wurde. In diesen acht Jahrzehnten gab es nur 4 Vorsitzende: Erste Vorsitzende war Frau Else Hassfurter. Sie hat den Verein, der sich nach dem II. Weltkrieg Frauenrotkreuzverein Gochsheim nannte bis 1966 geführt.

  • 1933 - 1945

    Sofort nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde die Satzung des seit 1921 bestehenden Deutschen Roten Kreuzes außer Kraft gesetzt. Alle Führungsstellen wurden umbesetzt und das demokratische Wahlverfahren durch das Führerprinzip abgelöst. Das Rote Kreuz erhielt die Aufgabe, in erster Linie im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht und im Sanitätsdienst des Luftschutzes mitzuwirken.

    Nach langen Bemühungen konnte die Sanitätskolonne ein eigenes Heim mit ständiger Wache beziehen. Am 28. September 1935 wurde das neue Sanitätskolonnenheim eingeweiht. Zum Bau des Hauses hatte die Stadt Schweinfurt kostenlos das Gelände an der Ecke Luitpoldstraße/Landwehrstraße überlassen.

    Am 1. September 1939 brach der unselige Zweite Weltkrieg aus. Mit dem 1. Luftangriff am 17. August 1943 setzten die Schwierigkeiten ein, die sich vergrößerten, als am 14. Oktober. 1943 das Rotkreuz-Haus in der Landwehrstr. 14 mit allen 5 Fahrzeugen zerstört wurde.

    Auch die Ausweichunterkunft am Marktplatz wurde nach kurzer Zeit durch Bomben zerstört und das bisher gerettete Verbandsmaterial und die noch vorhandene Ausrüstungsgegenstände gingen verloren. Lediglich die 5 neuen Krankenwagen konnten gerettet werden, weil sie vor jedem Angriff in fünf Richtungen aus der Stadt gebracht wurden. Die Krankentransportwache wurde in Nebenräume des Erziehungsheimes „Mariental“ verlegt.

    15 schwere und 7 leichtere Luftangriffe lassen die Hilfe, die unter fast unmöglichen Bedingungen geleistet wurden, erahnen. In den letzten Monaten des Krieges erfolgten täglich Angriffe, und von 9. bis 11. April 1945 lag die Stadt unter dem Artilleriefeuer der anrückenden US-Truppen, die am 11. April 1945 in die Stadt einmarschierten. An diesem Tag stand auch das Rote Kreuz vor dem Nichts.

    Die Fahrzeuge waren nicht mehr verwendungsfähig oder ganz zerstört. Die Sanitätsmannschaft, die bis zuletzt im Mariental ihren Dienst verrichtet hatte, geriet in Gefangenschaft. In die zum Dienst mit der Waffe eingezogenen Angehörigen der Sanitätskolonne hatte der Krieg schmerzliche Lücken gerissen.

     

    Das Deutsche Rote Kreuz wurde von den Alliierten verboten und damit war jegliche organisierte Hilfstätigkeit unmöglich.

  • 1946 - 1951
    Die Rettungswache des Roten Kreuzes an der Schillerschule (1947 - 1953).

    Kurze Zeit nach dem Zusammenbruch des Dritten Reiches erteilte die damals in Bayern amtierende Militärverwaltung dem Bayerischen Roten Kreuz den Auftrag, seine Arbeit wieder aufzunehmen. Diese Weisung setzte der damals provisorische Bayerische Ministerpräsident Dr. Fritz Schäffer umgehend in die Tat um, verlieh dem Bayerischen Roten Kreuz am 27. Mai 1945 die Rechte einer Körperschaft des öffentlichen Rechts und beauftrage es mit der Umsetzung der Weisungen der amerikanischen Militärverwaltung.

    Als Mitglieder einer militärischen Hilfsorganisation fielen die aktiven und passiven Mitglieder des Roten Kreuzes unter die Bestimmungen der Entnazifizierung und wurden zu Bußen herangezogen. Es ist verständlich, dass durch solche Maßnahmen der Idealismus einer harten Probe unterzogen wurde und teilweise auch verloren ging. Die ersten Krankentransporte wurden unter Regie des städtischen Bauhofs durchgeführt. Mitglieder des Roten Kreuzes halfen dabei mit. Als Fahrzeug stand ihnen ein pferdebespanntes Gefährt zur Verfügung. Unter sehr schwierigen Verhältnissen konnte im Mariental wieder eine eigene Rettungswache aufgebaut werden.

    Aus alten Wehrmachts- und Parteifahrzeugen mussten brauchbare Fahrzeuge für den Krankentransport zusammengebaut werden. Ende 1947 konnte die Rettungswache in die Schiller-Schule verlegt werden. Den Sanitätern stand ein Wachraum, der mit drei Betten ausgestattet war, zur Verfügung. In den Jahren 1946 bis 1948 unterhielt das Rote Kreuz eine Schuhumtauschstelle, um insbesondere den heranwachsenden Kindern durch Tausch zu brauchbarem Schuhwerk zu verhelfen.

    Mit dem Wiederaufbau des Roten Kreuzes in Bayern war auch eine organisatorische Neuordnung verbunden. Aus dem vereinsmäßig gegliederten Rettungsdienst sollte eine Einsatzorganisation für Notfälle aller Art entwickelt werden. Für den Bergrettungsdienst wurde die Bergwacht und für den Wasserrettungsdienst die Wasserwacht des BRK aufgebaut, beide besonders geschult und ausgerüstet. Die Frauenbereitschaften teilen ihr Wirkungsfeld in den Sanitätsdienst, in enger Zusammenarbeit mit den Sanitätskolonnen, sowie in einem Sozialdienst. Als neuer Teil des Roten Kreuzes hat sich das Jugendrotkreuz herausgebildet.

    Die BRK-Kreisverbände fassen die örtlichen Gemeinschaften: Sanitätskolonne, Frauenbereitschaft, Wasserwacht, Bergwacht, Jugendrotkreuz, Arbeitskreise, Schwesternschaften und Ortsgemeinschaften (Fördermitglieder) zusammen.

    Im BRK-Kreisverband Schweinfurt wurden aus organisatorischen Gründen Sanitätsgruppen mehrerer Gemeinden zu einer überörtlichen Kolonne zusammengefasst. Schonungen, Mainberg, Forst und Hausen bildeten die Kolonne Schweinfurt-Ost. Zur Kolonne Schweinfurt-Süd fanden sich Gochsheim, Sennfeld und Schwebheim zusammen. 1955 konnte in Werneck die Kolonne wieder ins Leben gerufen werden.

    Die aktiven Frauen in den Gemeinden des Kreises Schweinfurt sind organisatorisch an die Frauenbereitschaft Schweinfurt angegliedert worden. Von den ehemaligen Frauenvereinen vom Roten Kreuz hat in Unterfranken lediglich der Verein in Gochsheim, dank des Engagements von Frau Else Haßfurter, das Ende des Dritten Reiches überlebt. 1962 Übernahm Frau Frieda Mattenheimer den Vorsitz. 1982 folgte ihr Frau Inge Altmann bis sie 1999 ins Allgäu verzog. Seitdem wird der Frauenverein Gochsheim von Frau Helga Fleischer geführt. Der Verein führt die Blutspendetermine in Gochsheim durch, ist in der Haus- und Straßensammlung tätig und hilft bei Großveranstaltungen in der Küche. Darüber wir hinaus wird Sozialarbeit innerhalb der Gemeinde Gochsheim geleistet.

    Am 12. März 1947 wurde der erste Kreiskolonnenführer gewählt. Es wurde Josef Mohr, der schon vor dem Kriege stellvertretender Kreiskolonnenführer war. Frau Dora Valeth wurde bei der Frauenbereitschaft für den Sanitätsdienst und Frau Margarete Meixner für den Sozialdienst zuständig. Zum BRK-Kreisvorsitzenden wurde der Schweinfurter Oberbürgermeister Ignaz Schön gewählt. Als Kreisgeschäftsführer wurde Herr Hugo Stahn eingestellt. 

    Die Wasserwacht Schweinfurt wurde am 16. Mai 1947 in der Rathausdiele gegründet. Erster Abteilungsleiter der Wasserwacht wurde Studienprofessor Dr. Karl Stolz aus Oberwerrn. 1949 bekam die Wasserwacht Schweinfurt ihr erstes Schlauchboot.

    Alle BRK-Kreisverbände wurden mit der Heimkehrerbefragung beauftragt. Dazu wurden Suchbücher, die Bilder der Vermissten enthielten und nach Einheiten gegliedert waren vom DRK an alle Kreisverbände ausgegeben. Jahrelang konnten so Vermisstenschicksale geklärt werden.

  • 1952 - 1964

    Benno Brand wurde am 3. Juli 1952 zum Kreiskolonnenführer gewählt. Josef Mohr, der sein Amt im Alter von 75 Jahren abgab, wurde zum Ehrenkreiskolonnenführer ernannt und erhielt die Zusage, dass er bis zu seinem Lebensende der Kreisvorstandschaft angehöre. Der Schweinfurter Oberbürgermeister Georg Wichtermann wurde 1956 erstmals BRK-Kreisvorsitzender. 1961 wurde Herr Dr. Kurt Klose zum Leiter des Jugendrotkreuzes gewählt.

    Die Wasserwacht konnte 1952 ihr erstes Motorboot vom Typ Schwalbenschwanz in Besitz nehmen. Es hatte einen 5 PS-starken Motor.

    Markstein in der Entwicklung des Schweinfurter Roten Kreuzes war die Übergabe des Rotkreuz-Hauses an den Kreisverband durch den damaligen Präsidenten des BRK, Herrn Dr. Otto Geßler, im Dezember 1953. Das einstige Grundstück in der Landwehrstraße konnte für den Neubau nicht verwendet werden, weil die Baulinienfestsetzung ein mindestens dreistöckiges Gebäude vorsah. Zu dieser Bauleistung sah sich der Kreisverband außerstande und so entschloss sich die Vorstandschaft, das Baugelände zu verkaufen. Mit dem Erlös erwarb man ein Gebäude in der Gorch-Fock-Str. 15, das teilweise zerstört war. Das Haus wurde für die Bedürfnisse des Kreisverbandes umgebaut und beherbergt die Geschäftsstelle und die "Krankentransportwache".

    Neben dem Krankentransport engagierte sich der Kreisverband auch im sozialen Bereich.

    Die Weihnachtsfeiern für Kriegsblinde und die Kinderstadtranderholungen auf dem Gelände, des TV Jahn gehörten dazu.

    Im Herbst 1956 wurde ein Katastrophenschutzanhänger beschafft. Dieser enthielt neben einem Zelt SG 20, acht K-Tragen, Verbandsstoffe, Hilfsgeräte und Werkzeug.

    Für den Krankentransport standen ab dem Jahre 1959 Krankenwagen mit UKW-Sprechfunk zur Verfügung. Aus dem einst gelegentlichen Einsatz hat sich ein Tag- und Nachtdienst herausgebildet, der über viele Jahre hinweg von 6 hauptamtlichen und etwa 30 ehrenamtlichen Sanitätern versehen wurde.

    Am 9. März 1959 fand in Schweinfurt der erste Blutspendetermin mit 125 Spendern in der Friedensschule statt.

    1960 wurden 23 Helfer und 12 Helferinnen vom Schweinfurter Kreisverband nach München zum Eucharistischen Weltkongress entsandt, wo 3000 Sanitätskräfte 1,2 Millionen Besucher betreuten. Bei den Deutschen Turnspielmeisterschaften 1961 im Willy-Sachs-Stadion waren 44 Helfer bzw. Helferinnen zum Sanitätsdienst eingeteilt.

    Die schnelle Einsatzbereitschaft und der gute Ausbildungsstand zeigten sich bei der Brandkatastrophe im Werk der Firma Kugelfischer am 12. Februar 1962. Von den eingesetzten Helfern und Helferinnen wurden insgesamt 115 Stunden Dienst geleistet. Die 5 Krankenwagen haben 13 Transporte in die beiden Krankenhäuser durchgeführt. Leider haben vier Feuerwehrmänner bei diesem Einsatz ihr Leben verloren. Der Einsatz des Roten Kreuzes war gut und reibungslos verlaufen.

    Die Wasserwacht Schweinfurt bekam 1961 für ihr Schlauchboot einen neuen 18-PS starken Außenbordmotor.

    Der Kreisvorsitzende, Oberbürgermeister Georg Wichtermann baute die Stadtranderholung für Kinder aus. 1962 wurde begonnen, das Stadtranderholungsheim in Zell mit Hilfe des THW Schweinfurt in Eigenarbeit zu erstellen. Die Einweihung erfolgte am 18. Juli 1964. Das Heim wurde außerhalb der Ferien von der Firma Fichtel und Sachs als Erholungs- und Freizeitheim genutzt. Damit wurde die Hausmeisterstelle gesichert und die finanziellen Belastungen schienen gering. Leider wurde schon nach wenigen Jahren der Mietvertrag von Fichtel und Sachs gekündigt. Ein Nachmieter fand sich nicht.

    Nach dem Ausscheiden von Herrn Hugo Stahn wurde die Kreisgeschäftstelle für eine Übergangszeit von Herrn Valentin Gerst, der Prokurist bei Fichtel und Sachs war, geführt. Er hatte sich insbesondere beim Bau des Stadtranderholungsheimes Zell verdient gemacht. Es folgte Herr Wilhelm Ludwig aus Schonungen, der bis 1968 die Kreisgeschäftsstelle führte.

  • 1965 - 1974

    Bei den Neuwahlen am 8. Mai 1965 wurde Herr Dr. Josef Lippert vom Krankenhaus St. Josef BRK-Chefarzt. Herr Helmut Brätz wurde Kreiskolonnenführer. Als er 1968 hauptamtlicher Geschäftsführer wurde, musste er dieses Amt abgeben. Am 1.10.1968 übernahm Herr Erich Endres aus Euerbach das Amt des Kreiskolonnenführers.

    1967 erhielt die Wasserwacht Schweinfurt zum 20-jährigen Gründungsjubiläum von dem Fabrikanten Otto Schäfer jun. ein neues Schlauchboot.

    Der stark anwachsende Autoverkehr ließ die Unfallzahlen ansteigen. Die Erkenntnisse der Unfallmedizin verlangten, dass nach Möglichkeit bereits am Unfallort ärztliche Hilfe geleistet werden muss. Das erforderte neue Fahrzeugtypen, die Rettungs- und Notarztfahrzeuge. Der Kreisverband Schweinfurt konnte 1970 seinen ersten Rettungswagen, einen Hanomag in Betrieb nehmen. 1972 folgte ein Ford-Transit-Rettungswagen und die Wache Gerolzhofen bekam einen Opel-Blitz-Rettungswagen. Die neuen und größeren Fahrzeuge bedurften natürlich auch einer entsprechenden Unterstellung und Pflege. So wurden 1971 im Anwesen Gorch-Fock-Straße 15 die Helfer-Parkplätze überbaut und 3 neue Garagen geschaffen.

    Im Rettungsdienst wurde bis 1971 in der grauen Uniform mit Ski-Mütze gefahren. 1972 wurde auf eine weiße Dienstbekleidung ohne Kopfbedeckung umgestellt. Bei Regen war es erlaubt, den grauen Anorak überzuziehen. Der rote Anorak folgte erst im Jahre 1980.

    Bis zum Jahre 1975, bevor der Rettungsdienst in Bayern durch Gesetz geregelt wurde, mussten die erforderlichen Fahrzeuge für den Krankentransport selbst angeschafft werden. Hierbei haben die Kreissparkasse und die Stadtsparkasse das Rote Kreuz in Schweinfurt maßgeblich unterstützt.

    Zu den Olympischen  Spielen in München wurden vom Kreisverband Schweinfurt acht Helfer abgestellt. Friedel Tellert wurde dort als Abschnittsleiter für Judo und Ringen (32 Sanitäter) eingeteilt. Das war nach dem Olympia-Stadion (80 Sanitäter) und der Olympia-Sporthalle (38 Sanitäter) der drittgrößte Einsatzbereich. Die weiteren Teilnehmer waren: Erich Endres, Erhard Hiller, Horst Holberg, Siegfried Hümpfer, Walter Köberlein, Walter Walenta und Udo Winterlich.

    Die Gebietsreform 1972 brachte die Auflösung des BRK-Kreisverbandes Gerolzhofen  mit sich. Die Rettungswache Gerolzhofen und der dort vorhandene Katastrophenschutz wurden dem Kreisverband Schweinfurt zugeordnet. Auch die Sanitätskolonne Gerolzhofen kam hinzu. Die jetzt 5 Sanitätskolonnen wurden nicht mehr in Ost, Süd und West unterschieden, sondern nach den Orten benannt. Aus der Wasserwacht-Ortsgruppe Gerolzhofen wurde ein Stützpunkt der Wasserwacht Schweinfurt.

    Bei den Neuwahlen im April 1973 löste Frau Birgitte Brätz die langjährige Sozialdienstleiterin, Frau Margarete Meixner ab.

  • 1975 - 1988

    Eine neue Entwicklung im Rettungswesen hat mit Inkrafttreten des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes begonnen. Der Rettungszweckverband überträgt die Durchführung des Rettungsdienstes den Hilfsorganisationen. In Schweinfurt sind dies neben dem BRK der ASB (seit 1906 in Schweinfurt), die JUH (seit 1969) und der MHD (seit 1970).

    Für die Region Unterfranken 3 wurde eine Rettungsleitstelle errichtet, die alle Einsätze in der Stadt Schweinfurt, und die Landkreise Hassberge, Bad Kissingen, Rhön-Grabfeld und Schweinfurt leitet und koordiniert. Die Leitstelle welche direkt dem Bayerischen Innenministerium unterstellt ist, wurde im Rotkreuz-Haus Schweinfurt untergebracht. Der Lehrsaal wurde den Erfordernissen entsprechend umgebaut. Wo früher eine Grünfläche war, wurde ein neuer Lehrsaal mit Nebenräumen errichtet. Außerdem konnte im gleichen Gebäude eine modern ausgerüstete Küche eingerichtet werden, was bei der Abhaltung von Blutspendeterminen und Tageslehrgängen besonders praktisch ist. Die Bezeichnungen: Rettungsdiensthelfer und Rettungssanitäter, später auch der Rettungsassistent, wurden als Berufsbild eingeführt.

    Aus Mitteln des Rettungsdienstes Bayern erhielt die Wasserwacht Schweinfurt 1976 ein weiteres Boot. Es wurde auf dem Namen „Gorch-Fock“ getauft. Dazu gehörte auch ein Trailer. Gleichzeitig bekam die Wasserwacht auch ein eigenes Fahrzeug, um den Trailer mit Boot ziehen zu können. Das Fahrzeug und die beiden Trailer konnten in den Garagen neben der Schillerschule untergestellt werden. Bis 1954 waren dort die Krankenwagen des Kreisverbandes untergebacht. In der Schonunger-Bucht übte die US-Army mit ihren Schwimm-Panzern. Die US-Streitkräfte baten die Wasserwacht, diese gefährlichen Manöver jeweils abzusichern.

    1976 erfolgte der Start im Behindertenfahrdienst. Mit 4 VW-Bussen wurden zunächst nur behinderte Kinder gefahren. Später auch Patienten, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind.

    In der Mozartstraße konnte ein Grundstück mit Gebäude erworben werden. Hier wurde der Fahrdienst und der Katastrophenschutz untergebracht.

    Bei den Neuwahlen am 25. März 1977 wurde Herr Siegfried Philipp aus Schonungen Kreiskolonnenführer und Frau Anita Mayer-Rüd aus Schweinfurt Sanitätsdienstleiterin.

    Die Kreissparkasse Schweinfurt spendete 1978 der Wasserwacht Schweinfurt ein Fahrzeug, das in Eigenarbeit zu einem Wasserrettungsfahrzeug ausgebaut wurde. In Sennfeld wurde unter Leitung von Schwimmmeister Helmut Kager ein Stützpunkt aufgebaut. Die Gemeinde Sennfeld stellt ihr Hallenbad kostenlos zu Trainingszwecken zur Verfügung und wünscht dafür in den Sommermonaten die Betreuung des Freibades im Sennfelder See.

    1979 beging die Sanitätskolonne Schweinfurt ihr 90-jähriges Gründungsfest. Als Geschenk erhielt die Sanitätskolonne Schweinfurt von der Städtischen Sparkasse ein Fahrzeug, das in Eigenarbeit zur Mobilen Wache für Sanitätseinsätze ausgebaut wurde. Die Stadtwerke Schweinfurt spendeten vier Handfunkgeräte.

    Im gleichen Jahr wurde unter Leitung von Eduard Feuerbach in Dittelbrunn ein neuer Stützpunkt aufgebaut. Ausbildung und Training wird im örtlichen Hallenbad ermöglicht. Die Wasserwacht Schweinfurt bekommt ein 5.000 DM teueres Unterwasser-Telefon gespendet. Leinenführer und Taucher können so mit einander kommunizieren.

    Ab 1980 wurden vom Bund insgesamt 5 Viertragen-Krankenwagen, 4 Arzttruppfahrzeuge und 2 Mannschaftswagen dem Kreisverband Schweinfurt für den erweiterten Katastrophenschutz zur Verfügung gestellt. Sie konnten in den alten Garagen des ehemaligen Luftschutzhilfsdienstes in Gerolzhofen untergestellt werden. Der Kreisverband Schweinfurt bekam die Möglichkeit bis zu 78 Wehrpflichtige vom Wehr- oder Zivildienst freistellen zu können. Ein ausgedienter Opel-Blitz-Rettungswagen wurde für die Schnelleinsatzgruppe Schweinfurt umgebaut und ausgerüstet. Der Katastrophenschutz wurde kontinuierlich ausgebaut und es fanden Großübungen statt.

    1980 wurde bei der Wasserwacht eine Schnelleinsatzgruppe (SEG) aufgebaut. Die Helfer sind über Funkmeldempfänger erreichbar. 

    Die Neuwahlen am 27. März 1981 brachten folgende Veränderungen in der Kreisvorstandschaft: Neuer Kreiskolonnenführer wurde Herr Klaus Kluth aus Niederwerrn und Sanitätsdienstleiterin wurde Frau Hilde Badura aus Waigolshausen.

    1982 wurde in Schwebheim ebenfalls ein Stützpunkt der Wasserwacht Schweinfurt unter Leitung von Harald Ostheimer aufgebaut. Die Wasserwacht plante am Main in der Hochwasserzone eine neue von Stelzen getragene Wachstation zu bauen. Schon bald nach der Baugenehmigung durch die Stadt Schweinfurt wurde mit den Baumaßnahmen begonnen und am 24. September 1993 erfolgte die Einweihung.

    Unter der Leitung von Kreiskolonnenführer Klaus Kluth fand 1983 die Übung „Eisenbahnunglück im Stadtbahnhof“ mit 150 Helfern mit 24 Fahrzeugen, sowie 100 Verletztendarstellern statt. Die „Nachtübung Zabelstein“ mit THW und Feuerwehren aus Gerolzhofen und Stammheim, sowie 130 BRK-Helfern und 80 Verletztendarstellern fand 1984 statt.

    1984 wird in Sennfeld der Wasserwacht-Stützpunkt zur selbständigen Wasserwacht-Ortsgruppe aufgewertet. 

    Bei den Neuwahlen am 22. März 1985 wurde Gunnar Hiller aus Niederwerrn Abteilungsleiter Wasserwacht. Die Wasserwacht Schweinfurt konnte sich in der Gartenstadt in zwei Lastzug-Garagen einmieten. Später, als man über 2 Taucherfahrzeuge, 5 Boote und 3 Trailer verfügte, kam noch eine dritte Garage hinzu.

    Am 27. Februar 1987 ereignete sich auf der A7 zischen dem Rastplatz Riedener Wald und der Ausfahrt Gramschatz ein schwerer Verkehrsunfall mit einem schwedischen Doppeldeckerbus, der auf einen LKW aufgefahren war. Eine Mitfahrerin wurde durch die zerborstene Frontscheibe des Oberdecks herausgeschleudert und verstarb noch an der Unfallstelle. Neun Personen wurden schwerverletzt. Viele Mitfahrer standen unter Schock. Mit 15 Rettungsfahrzeugen aus Schweinfurt, Arnstein und Würzburg wurden die Verletzten in Kliniken nach Schweinfurt und Würzburg gebracht. Ein von der Polizei besorgter Stadtbus und Schulbusse des Kreisverbandes haben die leicht und unverletzten Personen zum Kreisverband in die Gorch-Fock-Straße transportiert. Dort haben Kolonnenärzte und BRK-Helfer die leichtverletzten Personen behandelt. Außerdem erhielt die gestrandete Reisegruppe sofort ein Frühstück. Die Firma SKF unterstütze den Kreisverband mit Dolmetscher. Ein Teil der Gruppe setzte seine Fahrt mit einem Ersatzbus nach Österreich am Nachmittag fort. Die Verbliebenen wurden eine Nacht in einem Hotel untergebracht. Sie wollten wieder in ihr Heimatland mit dem Flugzeug zurückzufliegen.

    Am 27. August 1988 wurde auf den Mainwiesen das Hard-Rock-Openair: „Monsters of Rock“ durchgeführt, das von über 40 000 zum teil stark alkoholisierten Menschen besucht wurde. Hier waren 430 Helferinnen und Helfer für den Sanitätsdienst, Rettungsdienst und Mitarbeiter in der Rettungsleitstelle notwendig. Außerdem habe 14 Ärzte mitgeholfen. Alle Hilfsorganisationen von Schweinfurt, sowie Rotkreuzhelfer aus Hassfurt und Würzburg haben 418 Patienten versorgt. 156 Personen mussten in die Krankenhäuser transportiert werden. 8 Rettungsboote der Wasserwachten SW und HAS, sowie der DLRG, haben 10 Personen aus dem Main gezogen. 2 Personen waren bei dieser Veranstaltung zu tote gekommen (1 Arbeiter stürzte beim Bühnenaufbau vom Gerüst und starb im Krankenhaus. Ein Besucher stürzte nachts nach der Veranstaltung betrunken ins Hafenbecken und ertrank).

    Dies war eine Mammut-Aufgabe für den Einsatzleiter Friedel Tellert. Kurz vor dieser Veranstaltung war Klaus Kluth als Kreiskolonnenführer zurückgetreten. Nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Klaus Kluth wurden die beiden stellvertretende Kreiskolonnenführer Hans Kemmer für die Verwaltung und Friedel Tellert für die Einsätze, für die restlichen 9 Monate bestimmt.

  • 1989 - 1992

    Bei der Wahl am 14. April 1989 wurde Friedel Tellert für die Dauer von 4 Jahren erstmals als Kreiskolonnenführer gewählt. Frau Margarete Kupfer wurde Sozialdienstleiterin.

    BRK-Kreisvorsitzender wurde der berufsm. Stadtrat i.R. Paul Eichhorn aus Sennfeld. OB Georg Wichtermann, der 32 Jahre lang dem Kreisverband Schweinfurt vorstand, wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Neuer Chefarzt wurde Dr. Otto Reichert vom Krankenhaus St. Josef.

    Im Jahre 1989 überschlugen sich die politischen Ereignisse. In Russland veränderte der Russische Präsident Michal Gorbatschow die feindliche Haltung gegenüber den Westmächten. Nur die DDR hielt an ihrer starren Haltung fest. Im Sommer flüchteten die ersten DDR-Bewohner in die westdeutsche Botschaft in Ungarn. Später auch in die westdeutsche Botschaft der Tschechoslowakischen Republik. Ab September 1989 kamen DDR-Flüchtlinge über Ungarn und  Österreich in die Bundesrepublik Deutschland.

    Noch in den Sommerferien wurden die Zelte von unserem Kinderstadtranderholungsheim Zell vorzeitig abgebaut und nach Würzburg gebracht. Dort erfolgte ein Sammeltransport aller unterfränkischen BRK-Zelte nach Traunreut, wo ein großes Flüchtlingslager errichtet wurde.

    Ab November 1989 fuhren täglich Flüchtlingszüge die aus Prag kamen, bei uns in Schweinfurt durch und weiter ins Rheinland usw. Hier hatten wir telefonischen Kontakt mit den Rotkreuzkollegen aus Hof, Bayreuth und Bamberg. Uns wurden Aufgaben angekündigt, die wir noch vor eintreffen der Züge vorbereiten mussten.

    Auf unsere Kleiderkammer gab es einen großen Ansturm. Die Bevölkerung brachte uns auf grund von Zeitungsaufrufen gute Kleidung, Schuhe und vor allen Dingen Wintersachen. Der große Lehrsaal in der Gorch-Fock-Str. 15 war als Kleiderkammer umgerüstet worden. Der II. Stock wurde zum Schuhlager. Als die Räumlichkeiten nicht mehr ausreichten wurde auch noch im Rotkreuzheim in Zell eingelagert und diente als Puffer für das Rotkreuz-Haus. Außerdem belieferten wir die Bundeswehr-Kaserne in Hammelburg, die ebenfalls als Flüchtlingslager diente. Wohnungen wurden vermittelt und Umzüge unterstützt.

    Am 7. November 1989 erhielten wir und der ASB Schweinfurt den Auftrag gemeinsam die Stadthalle Schweinfurt als Flüchtlingslager einzurichten. Hierzu wurden von uns Matratzen und Feldbetten, sowie Liegen vom Bauersberg (Jugendlager der Stadt Schweinfurt) verwendet. In den frühen Abendstunden des 9. November 1989 kam der erste Trabi in Schweinfurt an. Noch in der gleichen Nacht war das Lager mit über 100 Personen gefüllt. Pfarrer Schorn von der Gustav-Adolf-Kirche brachte Kleingeld, damit die Flüchtlinge telefonisch Kontakt mit Verwandte in der Bundesrepublik aufnehmen konnten. In der selben Nacht konnte ganz Deutschland den Fall der Mauer am Fernsehen miterleben. Das THW übernahm mit seiner Feldküche die Verpflegung. Nach einer Woche konnte die Stadthalle wieder ausgeräumt werden.

    Genau in dieser Zeit waren die Feierlichkeiten zur Gründung der Sanitätskolonne Stadtlauringen und das 100-jährige Gründungsfest der Sanitätskolonne Schweinfurt geplant.

    Am 7. Oktober 1989 wurde in Stadtlauringen eine neue Sanitätskolonne gegründet. Die Feierlichkeiten erstreckten sich über 3 Tage. Hier wurden Helfer aus der Marktgemeinde Stadtlauringen und Üchtelhausen zusammengeführt. Kolonnenführer wurde Ingbert Hußlein.  

    Trotz der Mehrbelastung mit den DDR-Flüchtlingen wurde vom Freitag, 17. November 1989 bis Sonntag, 19. November 1989 das 100-jährige Gründungsfest der Sanitätskolonne Schweinfurt gefeiert. Die Festrede hielt der damalige Präsident des Bayerischen Roten Kreuzes, Herr Dr. Bruno Merk, in der Rathausdiele. Am Samstag erfolgte eine Fahrzeugausstellung und ein Standkonzert der Bundeswehr.

    Durch Erwerb des Nachbargrundstückes Gorch-Fock-Str. 13 konnte 1990 endlich das seit Jahren immer größer werdende Raum-Defizit gelöst werden. Über der Rettungsleitstelle fand im I. Obergeschoss der Rettungsdienst seinen Platz. Die Verwaltung zog in das neuerworbene Gebäude. Die restlichen Räume konnten an die Lebenshilfe vermietet werden.

    Die Sanitätskolonne Stadtlauringen hatte seit ihrer Gründung einen Ford-Krankenwagen, den man in Gerolzhofen nicht hat unterstellen können. Dieser wurde anfangs in der Feuerwehrhalle Stadtlauringen untergebracht. Da die Feuerwehr ein weiteres neues Fahrzeug erwartete, war die Möglichkeit der Unterbringung in absehbarer Zeit nicht mehr gegeben. Da kam von Bürgermeister Rainer Fröhlich der Vorschlag, dass die Marktgemeinde direkt neben der Feuerwehrhalle einen Bauplatz kostenlos bieten könne. Darüber hinaus könne die Gemeinde in größeren Mengen Holz zum Bau des Dachstuhles zur Verfügung stellen. Die Baumaßnahmen wurden in Eigenarbeit durchgeführt. Am 9. November 1991 wurde das Richtfest gefeiert.

  • 1993 - 1996

    Im Jahre 1993 traten im Bayerischen Roten Kreuz erhebliche Änderungen in Kraft.
    Die Sanitätskolonnen (Männer) und die Frauenbereitschaften wurden zusammengeführt und von da an „Bereitschaften“ genannt. Jede Bereitschaft sollte gleichberechtigt einen Bereitschaftsleiter und eine Bereitschaftsleiterin haben, sowie einen Bereitschaftsarzt, einen taktischen Leiter und eine Sozialdienstleiterin. Zugführer, Gruppenführer und Truppführer wurden abgeschafft. Die Sanitätszüge für Zeiten des kalten Krieges gedacht (mit 50 Helfern) wurden aufgelöst. Für Großschadensereignisse und den Massenanfall von Verletzten wurden Schnelleinsatzgruppen (10 Helfer), die über Funkmeldeempfänger kurzfristig erreichbar sind, aufgestellt. Als Fahrzeuge konnten die ehemaligen Katastrophenschutzfahrzeuge und ausgesonderte Rettungs- und Krankenwagen verwendet werden. Die bisherige Führungsspitze, die die Aktiven in der Kreisvorstandschaft vertreten haben und aus Kreiskolonnenführer, Sanitätsdienstesleiterin und Sozialdienstleiterin bestand, wurde ebenfalls neugeordnet. Sie bestand ab 1993 nur noch aus zwei Personen und hielten die Bezeichnungen: Leiter Kreisausschuss und Leiterin Kreisausschuss. Am 22. März 1993 wurden das Ehepaar Friedel und Rosmarie Tellert in beide Funktionen gewählt.

    Am 27. Mai 1993 stellten 16 Kameraden/innen einen Antrag auf Neugründung einer Bereitschaft für den Raum Schweinfurt-Nord. Dem Antrag wurde unter dem Vorbehalt der nachträglichen Zustimmung durch den Bezirksausschuss Unterfranken entsprochen. In der anschließenden Wahl wurde Rudi Kraus aus Niederwerrn zum Bereitschaftsleiter gewählt. Weil sich keine Frau als Führungskraft finden ließ, wurde Kurt Weiser aus Kronungen als Stellvertreter bestimmt.

    Am 7. Mai 1994 wurde der Wachturm an der Wasserwacht-Wachstation vom Schweinfurter Baggersee seiner Bestimmung übergeben.

    Der Bayerische Oberste Rechnungshof (Aufsichtsbehörde für die Körperschaft BRK) forderte eine Satzungsänderung, die für jeden BRK-Kreisverband neben der Vorstandschaft einen siebenköpfigen Haushaltsausschuss vorsah. Am 21.10.94 fand im Pfarrsaal St. Anton im Rahmen einer Mitgliederversammlung die Wahl statt. Vorsitzender des Haushaltsausschusses wurde Herr Helmut Wehner.

    Ab 1. Juli 1995 steht für den Organisatorischen Leiter, der bei Großschadenereignissen eingesetzt wird, ein eigenes Fahrzeug mit Sondersignal zur Verfügung. Den Dienst teilten sich folgende Führungskräfte: Friedel Tellert, Gunter Moritz, Siegfried Philipp, Thomas Wehner und Peter Hümmer. Für diese Aufgabe war ein 14-tägiger Lehrgang bei der Landesschule Jettingen Voraussetzung. 

    Seit 1995 hat der Kreisverband Schweinfurt eine Kochgruppe. Sie entwickelte sich aus einer ehemaligen Katastrophenschutzeinheit des Landratsamtes Schweinfurt. Diese war auch schon zu Zeiten des kalten Krieges in Stammheim untergebracht. Am Anfang waren es vier von der Bundeswehr freigestellte Helfer und 10 Althelfer. Küchenleiter war weiterhin Michael Klüpfel aus Sennfeld. Damit der Feldkochherd (Anhänger) gezogen werden konnte, wurde ein Arzttruppfahrzeug als Zugfahrzeug von Gerolzhofen ausgelagert.

    Am 11. Juni 1995 wurde das im Herbst 1991 begonnene Rotkreuzheim in Stadtlauringen eingeweiht. Es umfast eine Doppelgarage und im 1. Stock einen Unterrichtsraum. Neben den beiden Schnelleinsatzgruppen (SEG) in Schweinfurt und Gerolzhofen wurde in Stadtlauringen eine weitere SEG mit einem Rettungswagen und einem Krankenwagen für den nördlichen Landkreis Schweinfurt aufgestellt.

    Die Freiwillige Feuerwehr Gerolzhofen konnte am 24. September 1995 ihr neues Gerätehaus beziehen. Das bis dahin von FFW und BRK genutzte Haus gehörte der Stadt Gerolzhofen. Die Stadt Gerolzhofen war verständlicherweise bemüht, das Haus zu verkaufen. Ein Käufer hatte sich bald gefunden. Der Erwerber, die Firma HAGA-Aluminium-Bau, hatte dem BRK genügend Zeit eingeräumt, damit der Auszug nicht überstürzt erfolgen musste. Von Seiten der Ärzte des Kreiskrankenhauses Gerolzhofen wurde auf das leerstehende Schulgebäude (ehemalige Landwirtschaftsschule) als mögliches Objekt hingewiesen. Mit dem Eigentümer, dem Landkreis Schweinfurt, konnte ein Vertrag über die Anmietung eines Teiles des Gebäude  abgeschlossen werden. Zunächst mussten alle Rettungsdienstfahrzeuge im Freien stehen, weil dort keine Garagen vorhanden waren. Die Katastrophenschutzfahrzeuge konnten zunächst in ihren Garagen in der Dreimühlenstraße bleiben. 

    Am 21. März 1996 wurde die Sanitätskolonne Donnersdorf gegründet. Die Gemeinde Donnersdorf stellte der Sanitätskolonne das ehemalige Bauhofgebäude kostenlos zur Verfügung. Ein Krankenwagen und der LKW für den technischen Dienst wurden nach Donnersdorf verschoben. Ein Rettungswagen konnte im nahegelegenen Feuerwehrhaus untergestellt werden. Zum Bereitschaftsleiter wurde Gerhard Barthel gewählt. Weil sich auch in Donnersdorf keine Frau als Führungskraft finden ließ, wurde Herbert Barthel als Stellvertreter bestimmt.   

    Der Landesausschuss der Bereitschaften im Bayerischen Roten Kreuz beschloss, die Dienstbekleidung dem DRK anzugleichen. Sie besteht nicht mehr aus der grauen Uniform mit Ski-Mütze, sondern ist ein blauer Sakko, mit grauer Hose bzw. Rock oder Hosenrock bei den Damen. Als Übergangszeit wurden 10 Jahre vorgegeben. Im Kreisverband Schweinfurt wurden aus Kostengründen nur Repräsentanten (Führungskräfte und Ausbilder) mit der „Gala-Dienstbekleidung„ ausgestattet. Im Sanitätsdienst wurde die weiße Dienstbekleidung mit dem roten Anorak getragen. Einsatzdienste (SEG und HvO) bekamen die graue Hose vom Typ Bonn 2000.       

  • 1997 - 2000

    Bei den Neuwahlen am 16. April 1997 wurden Herr Eduard Feuerbach aus Dittelbrunn zum Abteilungsleiter Wasserwacht gewählt und Herr Norbert Wagner löste Herrn Gerhard Sambale als Leiter der Jugendarbeit ab. Alle anderen Amtsinhaber wurden für weitere 4 Jahre im Amt bestätigt, wobei sich bei den Bereitschaftsvertretern die Bezeichnung Leiter und Leiterin des Kreisausschusses in 1. Kreisbereitschaftsleiter (Friedel Tellert ) und 2. Kreisbereitschaftsleiterin (Rosmarie Tellert) änderten.

    Am 17. Mai 1997 verstarb nach längerer Krankheit der langjährige Vorsitzende und 1989 zum Ehrenvorsitzenden ernannte Oberbürgermeister i.R. Georg Wichtermann. Das Stadtranderholungsheim in Zell trägt seitdem zu seinen Ehren den Namen „Georg-Wichtermann-Haus“. 

    Am 4. Mai 1998 wurde in Gochsheim, als ersten Standort im Landkreis Schweinfurt, ein rein ehrenamtlich gestellter „Helfer vor Ort“ als Bereitschaftsdienst eingeführt. Als Fahrzeug diente ein Viertragen–Krankenwagen. Die Helfer wurden mit Funkmeldempfängern ausgestattet, die von der Gemeinde Gochsheim bezahlt wurden.

    In Gerolzhofen wurde am 28. Juni 1998 die große Fahrzeughalle mit einem „Tag der offenen Tür“ in Betrieb genommen. Die alten Katastrophenschutzgaragen wurden aufgegeben, weil die Fahrzeuge im Landkreis verteilt wurden. 2 KTW in der Rettungsdiensthalle Gerolzhofen,  ATW und KTW  in Stadtlauringen, LKW und KTW in Donnersdorf, KTW in Werneck, ATW in Stammheim). Die beiden Sanitätsgruppenfahrzeuge erhielten die neugegründete Wasserwacht in Sennfeld und die Betreuungs-SEG in Schweinfurt. Die restlichen Fahrzeuge, zwei Arzttruppfahrzeuge (ATW) wurden an die Kreisverbände Hassberge und Bad Kissingen abgegeben.

    Im Jahre 1998 wurde ein neues Material-Fahrzeug für die SEG Schweinfurt in Eigenarbeit ausgebaut. Der ehemalige Mercedes-Krankenwagen wurde mit 10 K-Tragen, 2 Tragenböcke, 6 Infusionsständer, 3 Absaugpumpen, 3 Sauerstoffbehandlungsgeräte, 10 Helme, 16 rote Overalls, sowie Notstromaggregat, Notfalltaschen, Verbandsmaterial und Notfallmedikamente  bestückt. Auch das mit Unterstützung des Freistaates Bayern angeschaffte aufblasbare Zelt konnte hier untergebracht werden.

    Am 16. April 1999 wurde kurzfristig in Gochsheim ein Flüchtlingslager für Kosovo-Flüchtlinge eingerichtet und die Betreuung dem Kreisverband übertragen. Bevor die 76 Flüchtlinge im Wohnheim ankamen, wurden für jede Person Hygieneartikel besorgt und eingepackt. Das Kreisauskunftsbüro des Kreisverbandes registrierte mit Hilfe von Dolmetschern die Ankömmlinge. Die Betreuung erstreckte sich über mehrere Monate, bis die Flüchtlinge wieder in ihr befriedetes Land zurückkehren konnten.

    In der Nähe des Sennfelder Bauhofes hat die Gemeinde Sennfeld dem neugegründeten Förderverein “Wasserrettung Sennfeld“, dem überwiegend, aber nicht ausschließlich Mitglieder der Wasserwacht Sennfeld angehören, ein Grundstück zum Bau einer Unterkunft für die Wasserwacht Sennfeld zur Verfügung gestellt. Die Planung machte der Wasserwachtler Dirk Bandorf. Die Baumaßnahme koordinierte der Vorsitzende des Fördervereins und gleichzeitig amtierender Ortsgruppenleiter der Wasserwacht Sennfeld, Herr Holger Merz, der auch die Finanzierung meisterte. Der Kreisverband gewährte einen Mietvorschuss für 10 Jahre. Der Rest wurde von Mitgliedern des Fördervereins zinsfrei als Darlehen beigesteuert. Der Bau erfolgte mit ganz wenigen Ausnahmen in Eigenleistung. Im Sommer 2000 konnte das Gebäude feierlich eingeweiht werden. Es beinhaltet eine Doppelgarage, einen Lehrsaal, ein Büro und einen Duschraum für die Taucher nach ihren Einsätzen. Noch im gleichen Jahr nahm man ein Schlauchboot und den dazugehörigen Trailer mit einem Wasserungskran, der in Eigenarbeit gefertigt und vom TÜV abgenommen wurde, in Betrieb.

    Zum 29. Juni 2000 ist der langjährige Kreisgeschäftsführer Helmut Brätz in den Ruhestand gegangen. Sein Nachfolger wurde der bisherige stellvertretende Kreisgeschäftsführer vom Kreisverband Hassberge, Herr Helmut Endres aus Hofheim.

  • 2001 - 2004

    Zu der Neuwahl am 23. April 2001 war der langjährige Kreisversitzende Paul Eichhorn aus Altersgründen nicht mehr angetreten. Die neugewählte Vorstandschaft hat in ihrer konstituierenden Sitzung dem Vorschlag der Kreiskolonnenführung entsprochen und Herrn Eichhorn den Titel „Ehrenvorsitzender“ verliehen. Neuer Kreisvorsitzender wurde Herr Siegfried Mayer aus Oberwerrn. Dr. Georg Lippert wurde Nachfolger von BRK-Chefarzt Dr. Otto Reichert. Als neuer Vorstand der Wasserwacht wurde Frau Gundi Lehmann aus Schwebheim gewählt.

    Mit Rekordbeteiligung fand am 17. Februar 2001 in Bergrheinfeld eine Großübung statt. An der Übung nahmen 14 Feuerwehren, drei BRK-Schnelleinsatzgruppen eine SEG des ASB und eine Vielzahl von Rettungsdienstfahrzeugen (ASB, BRK, und MHD) teil. Erstmals wurde auch die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-SAN-EL) und das Kreisauskunftsbüro (KAB) in einer Übung mit einbezogen. 53 Verletztendarsteller wurden von fünf Fachkräften für realistische Unfalldarstellung geschminkt und über ihr Verhalten eingewiesen. Zwölf Ärzte wurden von 100 Sanitätskräften mit 29 Fahrzeugen unterstützt. Die Übung wurde bis zum Abtransport des letzten Verletzten gespielt. Unsere Küche Stammheim versorgte in gewohnter Güte die ca. 400 Teilnehmer.

    Bei den Neuwahlen 2001 konnte in der Bereitschaft Schweinfurt-Nord niemand gefunden werden, der bereit war, das Amt des Bereitschaftsleiters zu übernehmen. Es blieb der Kreisbereitschaftsleitung nichts anderes übrig, als die seit acht Jahren bestehende Bereitschaft Schweinfurt-Nord wieder aufzulösen und die Mitglieder der Bereitschaft Schweinfurt zu zuführen.

    In der Fußball-Saison 2001/2002 spielte der FC 05 Schweinfurt in der zweiten Bundesliga. Damit wurde eine hohe Präsenz auch des Sanitätsdienstes vom DFB vorgegeben (20 Helfer und ein Einsatzleiter mit sechs Fahrzeugen). Diese Einsätze konnten dank des Zusammenwirkens alle Bereitschaften problemlos gemeistert werden.

    Im Bundesland Sachsen und in Tschechien hatten Mitte August 2002 große Niederschläge eine Hochwassergefahr ausgelöst. In der Nacht vom 14. zum 15. August wurde für ganz Bayern Katastrophenalarm ausgelöst um Sachsen zu Hilfe zu kommen. Mit fünf Rettungswagen und vier Krankenwagen unserer Schnelleinsatzgruppen machten sich 18 Männer und 4 Frauen auf den Weg nach Dresden. In Hof wurden alle BRK-Fahrzeuge noch einmal aufgetankt und in einem Fahrzeug-Verband von 700 Fahrzeugen mit 1800 Helfern nach Dresden beordert. Dort wurden die Fahrzeuge nach RTW, KTW, Viertragen-KTW und Wasserrettungsfahrzeugen sortiert. Die RTW des Kreisverbandes Schweinfurt wurden im ersten Einsatz zur Evakuierung eines Altenheimes geschickt, wo Heimbewohner in ein anderes Pflegeheim in der Nähe von Meißen transportierten werden mussten. Die nächsten Einsätze waren Transporte von Krankenhäusern zum alten Terminal des Flugplatzes Dresden. Dort war von den Kollegen aus Würzburg ein Hilfslazarett eingerichtet worden. Von Dresden aus wurden die Patienten mit Flugzeugen in Städte von ganz Deutschland geflogen. Die Krankenwagen aus Schweinfurt wurden teilweise auch als Einzelfahrzeug in den normalen Rettungsdienst von Dresden eingebunden. Am Freitag, den 16. August bat der Bezirksverband Unterfranken den Kreisverband Schweinfurt um Entsendung der Küche Stammheim. Schon zwei Stunden nach der Anforderung setzten sich die Küche und zwei Mannschaftsfahrzeuge mit 12 Helfern Richtung Dresden in Bewegung. In den Folgetagen wurde Personal nachgeführt bzw. ausgetauscht. Am Ende waren insgesamt 55 Helfer aus dem Kreisverband Schweinfurt beim Hochwassereinsatz Dresden im Einsatz.

    Im Sommer 2002 wurde in Donnersdorf eine Rettungshundestaffel aufgebaut. Die Gemeinde Donnersdorf war bereit, hierfür ein Gelände kostenlos zur Verfügung zu stellen.

    Da die Mitgliederzahl der Kochgruppe Stammheim seit 1996 ständig gestiegen war, wurde am 18. Januar 2003 die Bereitschaft Stammheim im Musikerheim gegründet. Als Bereitschaftsleiter wurde Roland Moller und als Stellvertreter André Leixner gewählt. Die neue Bereitschaft übernahm sofort auch die Blutspendetermine und sichert die Feuerwehr bei Einsätzen sanitätsdienstlich ab. Schwerpunkt ihrer Tätigkeit soll jedoch weiterhin der Verpflegungsdienst bleiben.

    Da der bisherige Kreisvorsitzende, Herr Siegfried Mayer, sein Amt vorzeitig aufgab, wurde eine Nachwahl für dieses Amt notwendig. Am 30. Januar 2003 wurde Herr Gerhard Eck MdL. aus Pusselsheim zum neuen Kreisvorsitzenden gewählt. 

    Gutachter stellten fest, dass die Hilfsfristen im Rettungsdienst im Raum Werneck verbessert werden müssten. Nicht eine Rettungswache, sondern nur ein Stellplatz, der nur zu bestimmten Zeiten besetzt ist, wurde vom Innenministerium genehmigt. Zunächst wurden im Feuerwehrhaus tagsüber je eine RTW- und eine KTW-Mannschaft untergebracht. Mit dem Ehepaar Gunnar und Gudrun Hiller - zwei aktive ehrenamtliche Mitarbeiter im Kreisverband - hatte man 2003 einen Investor gefunden. Das Gebäude für den Rettungsstellplatz Werneck wurde in Rekordzeit im Industriegebiet in der Nähe der drei Autobahnen A7, A70 und A71 gebaut. Vier Garagen stehen für Rettungsdienst und Bereitschaft zur Verfügung. Über den Garagen wurde der Wachraum und ein Ausbildungsraum für die Bereitschaft Werneck eingerichtet.

    Am 15. Mai 2004 wurde vom Kreisverband unter Federführung von Kreisbereitschaftsleiter Friedel Tellert der erste Flohmarkt auf dem Volksfestplatz Schweinfurt durchgeführt. Über 500 Standbetreiber hatten sich eingefunden und über 10.000 Besucher waren Dank einer intensiven Werbung gekommen. Die Verpflegung wurde durch Mitglieder des Kreisverbandes sichergestellt. Aus dem Gewinn des jährlich stattfindenden Flohmarktes, werden Ausrüstungsgegenstände und Dienstbekleidung für die Bereitschaften und Wasserwacht-Ortsgruppen finanziert.

    Im Herbst 2004 wurde in Eigenarbeit ein ausgesonderter RTW zum Arzttruppfahrzeug umgebaut. Das jetzt größere Fahrzeug kann 16 statt bisher 10 K-Tragen und drei statt zwei Tragenböcke, sowie die Zeltheizung aufnehmen. 

  • 2005 - 2008

    Am 14. April 2005 wurden die Neuwahlen für die nächsten vier Jahre durchgeführt. Alle Vorstandsmitglieder wurden in ihrem Amt für weitere vier Jahre bestätigt. Nach Beschluss der  BRK-Landesversammlung am 8. November 2003 in Pfaffenhofen, sollten die Rotkreuzgemeinschaften in den Kreisvorstandschaften stärker vertreten sein. Deshalb können ab 2005 auch Wasserwacht, Bergwacht und JRK jeweils zwei Vertreter in die Kreisvorstandschaft entsenden. Gleichzeitig wurde die Anzahl der hinzu zuwählenden Persönlichkeiten von 12 auf 8 Personen reduziert und die beratenden Mitglieder abgeschafft. Im Kreisverband Schweinfurt wurden Friedel Tellert und Thomas Wehner für die Bereitschaften, Hajo Lehr und Holger Merz für die Wasserwacht, sowie Norbert Wagner und Martina Bätz für das JRK, Mitglieder der Vorstandschaft.

    Bereits im Jahre 2000 war die Rettungsleitstelle als Untermieter im Kreisverband ausgezogen, weil hier der notwendige Raum zur anstehenden Vergrößerung nicht zur Verfügung stand. Der 30 Meter hohe Funkmast hatte ausgedient und wurde mit Hilfe eines Krans vorsichtig angehoben und zur Seite gelegt. Viele Helfer haben den Mast am Boden zerlegt. Die dabei gewonnen verzinkten Winkeleisen konnten später zum Bau von Regalen verwendet werden.

    Die Bereitschaft Stammheim, die nach wie vor den Schwerpunkt ihrer Arbeit im Verpflegungsdienst sieht, erhielt 2005 vom BUND einen neuen Iveco-LKW mit Planenaufbau. Bereitschaftsleiter Roland Moller brachte den Vorschlag, eine Ladebordwand anzubauen, damit die Beladung leichter ginge. Außerdem bat er um eine große Kühlzelle, die auf dem Fahrzeug fest montiert werden sollte. Mit Unterstützung des Landkreises und des Kreisverbandes konnte dieses teuere Vorhaben umgesetzt werden. 

    In Mühlhausen, einem Ortsteil der Marktgemeinde Werneck, taten sich im Herbst 2005 Bürger zusammen, die fast alle aus medizinischen Berufen kamen und gründeten einen Arbeitskreis Helfer vor Ort Mühlhausen. Der Arbeitskreis wurde gemeinsam mit der örtlichen Feuerwehr aufgebaut und man teilte sich auch die Kosten für die Ausstattung. Leiter des Arbeitkreises wurde der Rettungsassistent Georg Scheurer aus Mühlhausen. Am 27. April 2008 konnte der HvO Mühlhausen ein eigenes Fahrzeug in Betrieb nehmen.

    Bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland stellte der BRK-Bezirksverband eines von vier in Nürnberg erforderlichen Hilfskontingente mit je 129 Helfer und ca. 50 Fahrzeugen. Der BRK-Kreisverband Schweinfurt stellte hierfür jeweils einen Arzt, eine SEG-Gruppe mit 10 Helfer/innen, einen Rettungswagen und zwei Krankenwagen. Die Küche Stammheim versorgte das gesamte Kontingent. Vorher wurde in Obernburg der Einsatz geprobt. Fünfmal wurde in Nürnberg die WM sanitätsdienstlich abgesichert und einmal auch nach München gefahren, weil dort jeweils sechs Kontingente benötigt wurden. Eines davon stellte das Österreichische Rote Kreuz.

    In der Kreisvorstandschaft war man über Jahre auf der Suche nach einem neuen ausreichend großen Baugelände. Mehrere Standorte sind aus unterschiedlichen Gründen gescheidert (Heisenbergstraße, Stresemannstraße, Stadtwerke und bei der Feuerwache). Erst als man einen Bauplatz an der Niederwerrner Straße gefunden hatte, kam man dem Bauprojekt einen großen Schritt näher. Es sollten jedoch noch drei Jahre vergehen, bis mit den Baumaßnahmen begonnen werden konnte.

    Der Arbeitskreis Rettungshundearbeit, der aus der Bereitschaft Donnersdorf ausgegliedert wurde, kam nie so richtig auf die Beine. Lediglich ein Hund hatte jeweils die erforderliche Prüfung gehabt. Ein weiterer Hund der für 18 Monate die erforderliche Prüfungserlaubnis hatte, fiel bei der alle 18 Monaten notwendigen Nachprüfung durch, weil er nur die erste Person suchte und für die erforderliche zweite Person keine Lust mehr hatte. Nach etlichen Querelen innerhalb des Arbeitskreises hatte die Kreisbereitschaftsleitung beschlossen, die Rettungshundearbeit zum 30. November 2007 einzustellen.

    Am 2. und 3. Mai 2008 fand in Schweinfurt das 2. Desaster Management im Tagungszentrum Schweinfurt statt. Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Herr Dr. Rudolf Seiters, konnte als Schirmherr gewonnen werden. Veranstalter und Organisator war der BRK-Bezirksverband Unterfranken (unter der Leitung von Organisationsreferenten Thomas Lindörfer und Uwe Kippnich) sowie dem Deutschen Roten Kreuz, Generalsekretariat, Berlin. Weil Schweinfurt mit seinem Kongresszentrum auf der Maininsel die besseren Möglichkeiten gegenüber Würzburg hatte, bekam Schweinfurt den Vorzug. Diese Internationale Veranstaltung mit 28 hochkarätigen Referenten wurde von 250 Teilnehmern besucht. Drei Schauübungen am Sennfelder Bahnhof wurden mit Hilfe der Städtischen Feuerwehr, dem THW und Rotkreuzeinheiten gezeigt. So waren auch eine 14-köpfige Mannschaft aus Polen mit ihrem Notarzt angereist und haben an der Übung „Doppeldecker-Omnibus wird von Zug gerammt“ teilgenommen. Auch eine Einheit des Österreichischen Roten Kreuzes hat an einer anderen Übung teilgenommen.

    Im Juni 2008 fanden in Österreich und der Schweiz die Fußball-Europameisterschaften statt. Das Österreichische Rote Kreuz hatte zwei Jahre vorher das BRK in München bei der WM unterstützt. Diesmal wurde das BRK vom ÖRK um Unterstützung gebeten. Die 150 Helfer des BRK wurden im ehemaligen Schlachthof von Wien untergebracht. Vom Kreisverband Schweinfurt nahmen zwei RTW-Besatzungen (Kristina Schäflein / Jürgen Stepan und Peter Greubel / Friedel Tellert), sowie eine KTW-Besatzung (Daniela Wirth / Renè Ehrsam) teil. Der Schweinfurter Krankenwagen wurde unter anderem zum Sanitätsdienst bei den Trainingseinheiten der deutschen Nationalmannschaft eingeteilt.

    Die Unterstützungsgruppe Sanitätseinsatzleitung (UG-San EL) benötigte zu ihrer Arbeit ein eigenes Fahrzeug. Vom Freistaat Bayern wurden 64.000 € als Zuschuss gegeben. Der Landkreis Schweinfurt gab ebenfalls einen beachtlichen Zuschuss. KBL Tellert reiste von Gemeinde zu Gemeinde und bat die Bürgermeister, sie möchten sich doch mit ihrer Gemeinde in Höhe von 2 Cent je Einwohner beteiligen. So kamen nochmals 22.000 € zusammen, sodass der Anteil des Kreisverbandes auf das ca. 150.000 € teuere Fahrzeug lediglich 10% betrug.

    Am 13. August 2008 haben 15 Personen einen Antrag auf Gründung einer Bereitschaft in Schwanfeld gestellt. Schon am 25. September 2008 konnte die Gründungsveranstaltung der Bereitschaft Schwanfeld gefeiert werden. Als Bereitschaftsleiterin wurde Frau Kristina Schäflein aus Stettbach gewählt. Stellvertreter wurde Herr Armin Kober.

  • 2009 - heute