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von 1863 bis heutevon 1863 bis heute

Eine historische Zeitreise von 1863 bis heute

Begleiten Sie uns ein wenig durch die Geschichte des Roten Kreuzes in Schweinfurt. Von den mühsamen Anfängen, hinweg durch 2 Weltkriege bis hin zur Gegenwart. 

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Ansprechpartner

Herr
Thomas Lindörfer
Kreisgeschäftsführer


Tel: 09721 / 94 904 - 10

lindoerfer(at)brk-schweinfurt.de

BRK-Kreisverband Schweinfurt
Gorch-Fock-Straße 15

97421 Schweinfurt

  • 1863 - 1913

    Die Gründung der Sanitätskolonne

    "Der freiwilligen Sanitäts-Colonne zu Bad Kissingen gewidmet zum Andenken an die Jubiläums Hauptübung der freiwilligen Sanitäts-Colonne Schweinfurt. Abgehalten aus Anlaß 10jährigen Bestehens der Colonne am 10.September 1899."

    Das Jahr 1863 gilt als das Gründungsjahr des Roten Kreuzes, nachdem in diesem Jahr von vier Genfer Bürgern das „Genfer Hilfskomitee für verwundete Soldaten“ gründet wurde, aus dem das Internationale Komitee vom Roten Kreuz entstanden ist. Schon ein Jahr später waren 10 Staaten der Konvention „Zur Verbesserung des Loses der verwundeten Soldaten der Armeen im Felde“ beigetreten.

     

    In unserer Region wurde schon im Jahre 1866 die Rotkreuzfahne als neutrales Hilfezeichen in Bad Kissingen beim sogenannten „Bruderkrieg“ eingesetzt, als sich bayerische und preußische Truppen feindlich gegenüberstanden.

     

    In Bayern kam es im Jahre 1866 zur Gründung des Allgemeinen Unterstützungsvereins für verwundete und erkrankte Krieger, der zwei Jahre später seinen Namen in Bayerischer Verein zur Pflege und Unterstützung im Felde verwundeter oder erkrankter Krieger umänderte. Dieser Verein, dem nur Männer angehörten, war die erste Rotkreuzvereinigung Bayerns. Die Frauen bildeten nach einem Aufruf der Königin-Mutter Marie im Jahre 1869 einen Bayerischen Frauenverein vom Roten Kreuz.

     

    Bald wurde in vielen bayerischen Städten und Gemeinden Zweigvereine der beiden Vereine vom Roten Kreuz gegründet, so in Schweinfurt, wo sich 22 angesehne Bürger am 10. Januar 1867 zum Zweigverein des Allgemeinen Unterstützungsvereines zusammenschlossen.

    Am 1. August 1870 gründete man in Schweinfurt einen „Frauenverein vom Roten Kreuz“. Zur Vorsitzenden wurde Frau Ottilie von Kahl gewählt. Während des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 übernahm der Frauenverein die Betreuung der verwundeten und erkrankten Soldaten. Für die Verwundeten in den Lazarettzügen wurden auf dem heutigen Stadtbahnhof eine Verbands- und Erfrischungsstation eingerichtet. Im Städtischen Krankenhaus waren 60 Verwundete und in einem Vereinslazarett, das die Firma Karl Sattler zur Verfügung stellte, weitere 204 verwundete Soldaten zu pflegen. Auch in Werneck wurde 1870 ein Frauenverein gegründet. Während des Krieges 1870/71 bestanden in Werneck zwei Lazarette, in denen insgesamt 136 verwundete Soldaten gepflegt wurden. In der Zeit des Krieges erklärten sich Turner der Turngemeinde Schweinfurt bereit, ein eigenes Sanitätskorps zu bilden um den Verwundetentransport vom Stadtbahnhof zum Krankenhaus und zu den Lazaretten zu übernehmen.

     

    Der Frauenverein vom Roten Kreuz in Schweinfurt, widmete sich nach dem Krieg 1870/71 den Friedensaufgaben. Dennoch wurde die Vorbereitung der Hilfeleistung bei künftigen Kriegen nicht vernachlässigt. Man erklärte sich 1891 bereit, 20 Tage nach einer Mobilmachung in Schweinfurt ein Lazarett für 40 Verwundete einsatzbereit zu haben. Verbandsstoffe und Wäschestücke beschaffte man der ganzen Jahre über und lagerte sie ein. Man unterrichtete interessierte Frauen und Mädchen in der Krankenpflege und ein eigener Nähkreis fertigte Wäschestücke für das Vereinslazarett. Ab 1897 bot der Verein auch Kurse für Wöchnerinnen an. Der Schwerpunkt des Frauenvereins vom Roten Kreuz in Schweinfurt  wurde in der Sozialarbeit gesehen.

     

    Da sich die Sanitätskorps nach den Kriege 1870/71 wieder auflösten, beschloss am 7. April 1874 der Zentralausschuss des Bayerischen Vereins zur Pflege und Unterstützung im Felde verwundeter oder erkrankter Krieger, an den Sitzen der Kreisausschüsse freiwillige Sanitätskolonnen zu bilden. Bis Ende 1876 wurden in Augsburg, München, Regensburg und Würzburg solche Kolonnen gebildet, die dem Zentralausschuss direkt unterstellt waren. Sie hatten sich für den Kriegseinsatz vorzubereiten. Friedensaufgaben, wie die Hilfeleistungen bei Einzel- oder Massenunfällen, wurden schon ausgeübt, aber erst 1906 offiziell zur Dienstpflicht gemacht. 

     

    In Schweinfurt ging die Anregung zur Gründung einer Sanitätskolonne von der Vorstandschaft des Zweigvereins des Bayerischen Landeshilfsvereins, insbesondere von Dr. Bruglocher und Wilhelm Fischer aus. Die Turner der "Turngemeinde Schweinfurt von 1848" kamen den Bitten nach und 58 Mann erklärten sich in der Gründungsversammlung am 18. Juli 1889 zum aktiven Dienst bereit. Die neu gebildete Kolonne nannte sich "Schweinfurter Turner-Sanitätszug". Mitglieder konnten zu Beginn nur Angehörige der Turngemeinde werden. Erst als man 1896 die eigene Satzung aufgab und die Dienstvorschriften der bayerischen Sanitätskolonnen annahm, die jedem deutschen Mann die Mitgliedschaft ermöglichte, erlebte die Kolonnenarbeit einen Aufschwung. Obwohl sich die Kolonne "Turner-Sanitätszug" nannte, gehörte sie doch von Anfang an zum Roten Kreuz, denn in der Satzung war ausdrücklich bestimmt, dass sich der Sanitätszug der Oberleitung des bayerischen Landeshilfsvereins unterordne.

    Die Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Schweinfurt, wie sie sich nach Übernahme der neuen Satzung nannte, konnte bald das Vertrauen der Bevölkerung und der städtischen Behörden für ihre Arbeit gewinnen. 1891 stellte die Kolonne mit der Genehmigung des Magistrats einen Alarmplan auf, um rasch bei Unglücksfällen eingreifen zu können. In einer Liste, die auf der Polizeihauptwache im Rathaus auflag, waren alle Sanitäter eingetragen. Der diensttuende Polizeisoldat hatte bei einem Unglücksfall sofort den Kolonnenführer zu verständigen, der die nötigen Einsatzkräfte durch die Polizei herbeiholen ließ. Im Jahre 1900 wurde der Kolonne der Gebrauch eines zweitönigen Gruppensignals für die Alarmierung genehmigt. Der Magistrat der Stadt Schweinfurt ersuchte am 5 März 1901 die Kolonne, den Krankentransport in das neu errichtete Krankenhaus dauernd zu übernehmen, nachdem die Sanitäter die Kranken aus dem früheren Städtischen Krankenhaus in das neue Krankenhaus schon verbracht hatten.

    Für die Kolonne standen keine eigenen Unterrichts- und Unterstellräume zur Verfügung. In der Realschule könnte Unterricht erteilt werden und in der Turnhalle wurden einige Geräte untergestellt. Die Stadt stellte 1900 einen Raum im ehemaligen Bürgerhof (heute Städt. Sparkasse) zur Verfügung, in dem die Geräte für Einzelunglücksfälle verwahrt wurden, Als die Feuerwehr 1907 ein eigenes Gerätehaus erhielt, konnte die Kolonne einen Teil ihrer Tragen ein den bisher von der Feuerwehr benutzten Räumen im Rathaus unterbringen.

    Der 1. Kolonnenführer war der Magistratsoffiziant Heinrich Herbert, der der Kolonne von ihrer Gründung bis zum Jahre 1898 vorstand. Die Dienstkleidung der Kolonne bestand zuerst aus der weißen Mütze mit blauem Band und aus der weißen Turnerjacke mit Rotkreuz-Armbinde. Aus Spenden konnte bald die einheitliche vorgeschriebene Ausrüstung und Bekleidung angeschafft werden.

  • 1914 -1918
    Die Zeit bis zum Ende des Ersten Weltkrieges

    Zum Krankentransport von Zivilpersonen kamen mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges Transporte verwundeter und erkrankter Soldaten in die Lazarette Schweinfurts oder der Umgebung hinzu. An Transportmitteln verfügte die Kolonne über zwei fahrbare Tragen. 1916 kam mit Unterstützung der Stadt eine weitere hinzu, da der alte Bestand für die vielen Transporte nicht mehr ausreichte. Von Geheimrat Ernst Sachs wurde der Kolonne ein bespannbarer Krankenwagen zur Verfügung gestellt. Jedoch konnte sich die Kolonne nicht lange dieses nützlichen Fahrzeugs erfreuen, da es die Militärverwaltung für den Fronteinsatz beschlagnahmte. Einen Möbel- und einen Brückenwagen verwendete man daher für den behelfsmäßigen Krankentransport.

    Während des ganzen Krieges wurde von der Kolonne eine ständige Wache im Hauptbahnhof unterhalten, die laufend mit vier Mann besetzt war. Diese hatte die Aufgabe, jeden ankommenden Personenzug durchzugehen und die mitreisenden Verwundeten zu betreuen, Ankommende Lazarettzüge erforderten den Einsatz größerer Kräfte, die neue Verbände anzulegen oder Verwundeten, soweit sie nicht in Schweinfurter Lazarette eingeliefert wurden, für die Weiterfahrt vorzubereiten hatten. 44 Kolonnenmitglieder wurden Soldaten. Von ihnen sind acht Mann gefallen. Zwei weitere Kameraden verstarben an ihren während des Krieges zugezogener Leiden.

  • 1919 - 1932

    Die Zeit nach dem ersten Weltkrieg

    Die Lage des Roten Kreuzes nach Beendigung des Krieges war nahezu hoffnungslos. Der alte Staat und die Wehrmacht, mit denen das Rote Kreuz eng verbunden war, bestanden nicht mehr. Die Fürstenhäuser, die eifrige Förderer der Idee Jean Henry Dunants waren, wurden in der Regierungsgewalt abgelöst. Diese einstige Verbundenheit mit der Monarchie hielt viele davon ab, weiterhin im Rotenkreuz mitzuarbeiten, weil sich die Stimmung gegen alles wandte, das als Überbleibsel der alten Zeit gewertet wurde. Es galt für alle Organisationen des Roten Kreuzes eine Neuorientierung zu suchen und zu finden. Die Not nach dem Ersten Weltkrieg war das geeignete Tätigkeitsfeld. Soziale Hilfsarbeit wurde die Hauptaufgabe des Roten Kreuzes. IM Jahre 1920 ging man ernsthaft daran, zu einem motorisiertren Krankenwagen zu kommen. Für 58.000 Mark damaliger Währung wurde mit dem Ergebnis einer Haussammlung und den vorhandenen 28.000 Mark Eigenkapital ein gebrauchter Presto-Wagen angeschafft und auf die erforderlichen Zwecke umgebaut. 1927 hatte das Fahrzeug ausgedient und ein neues Fahrzeug wurde beschafft, das anlässlich einer Übung bei Fichtel & Sachs vorgeführt und anschließend übergeben wurde.

    Hofrat Dr. Franz Sorger wurde sowohl Kolonnenarzt als auch Kolonnenführer. 1922 übernahm Dr. August Meyer diese Doppelfunktion in der Sanitätskolonne Schweinfurt, die er bis 1933 inne hatte. Von der Schweinfurter Sanitätskolonne gingen Bestrebungen aus, in den umliegenden Gemeinden ebenfalls Sanitätskolonnen ins Leben zu rufen. 1925 in Gochsheim, 1926 in Bergrheinfeld, Schwebheim und Werneck, 1927 in Geldersheim, Mainberg, Röthlein, Schonungen und Sennfeld wurden Sanitätskolonnen gegründet. Auch im damaligen Landkreis Gerolzhofen gründete sich 1926 eine Sanitätskolonne.

    1929 wurde in Gochsheim ein Frauenverein vom Rotenkreuz gegründet, der als einziger Frauenverein vom Roten Kreuz bis heute in Unterfranken seine Selbständigkeit bewahrt hat und nicht in eine Frauenbereitschaft oder Bereitschaft umgewandelt wurde. In diesen acht Jahrzehnten gab es nur 4 Vorsitzende: Erste Vorsitzende war Frau Else Hassfurter. Sie hat den Verein, der sich nach dem II. Weltkrieg Frauenrotkreuzverein Gochsheim nannte bis 1966 geführt.

  • 1933 - 1945

    Sofort nach der Machtübernahme durch den Nationalsozialismus wurde die Satzung des seit 1921 bestehenden Deutschen Roten Kreuzes außer Kraft gesetzt. Alle Führungsstellen wurden umbesetzt und das demokratische Wahlverfahren durch das Führerprinzip abgelöst. Das Rote Kreuz erhielt die Aufgabe, in erster Linie im amtlichen Sanitätsdienst der Wehrmacht und im Sanitätsdienst des Luftschutzes mitzuwirken.

    Nach langen Bemühungen konnte die Sanitätskolonne ein eigenes Heim mit ständiger Wache beziehen. Am 28. September 1935 wurde das neue Sanitätskolonnenheim eingeweiht. Zum Bau des Hauses hatte die Stadt Schweinfurt kostenlos das Gelände an der Ecke Luitpoldstraße/Landwehrstraße überlassen.

    Am 1. September 1939 brach der unselige Zweite Weltkrieg aus. Mit dem 1. Luftangriff am 17.08.43 setzten die Schwierigkeiten ein, die sich vergrößerten, als am 14. Okt. 1943 das Rotkreuz-Haus in der Landwehrstr. 12 mit allen 5 Fahrzeugen zerstört wurde.

    Auch die Ausweichunterkunft am Marktplatz wurde nach kurzer Zeit durch Bomben zerstört und das bisher gerettete Verbandsmaterial und die noch vorhandene Ausrüstungsgegenstände gingen verloren. Lediglich die 5 neuen Krankenwagen konnten gerettet werden, weil sie vor jedem Angriff in fünf Richtungen aus der Stadt gebracht wurden. Die Krankentransportwache wurde in Nebenräume des Erziehungsheimes „Mariental“ verlegt.

    15 schwere und 7 leichtere Luftangriffe lassen die Hilfe, die unter fast unmöglichen Bedingungen geleistet wurden, erahnen. In den letzten Monaten des Krieges erfolgten täglich Angriffe, und von 9. bis 11. April 1945 lag die Stadt unter dem Artilleriefeuer der anrückenden US-Truppen, die am 11. April in die Stadt einmarschierten. An diesem Tag stand auch das Rote Kreuz vor dem Nichts.

    Die Fahrzeuge waren nicht mehr verwendungsfähig oder ganz zerstört. Die Sanitätsmannschaft, die bis zuletzt im Mariental ihren Dienst verrichtet hatte, geriet in Gefangenschaft. In die zum Dienst mit der Waffe eingezogenen Angehörigen der Sanitätskolonne hatte der Krieg schmerzliche Lücken gerissen.

     

    Das Deutsche Rote Kreuz wurde von den Alliierten verboten und damit war jegliche organisierte Hilfstätigkeit unmöglich.

  • 1946 - 1951
  • 1952 - 1964
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