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Block 1 - StromsicherheitBlock 1 - Stromsicherheit

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Sensibilisierung Stromsicherheit

Ansprechpartner

Herr
Thomas Lindörfer
Kreisgeschäftsführer


Tel: 09721 / 94 904 - 10

lindoerfer(at)brk-schweinfurt.de

BRK-Kreisverband Schweinfurt
Gorch-Fock-Straße 15

97421 Schweinfurt

© by ÜZ Mainfranken

Das Thema Blackout, also einen großflächigen Stromausfall, ist in der Fachliteratur bekannt und gut beschrieben. Bitte besuchen Sie hierzu unser Literaturverzeichnis.

Die große Gefahr für unsere Bevölkerung bei einem unwahrschinlichen aber keineswegs unmöglichen Blackout ist jedoch in der breiten Bevölkerung und auch bei Entscheidern unbekannt.

Es gilt zwischen einem "gewöhnlichen" Stromausfall und einem Strom- und Infrastrukturausfall ("Blackout") zu unterscheiden. In der Zielsetzung dieses Projektes gehen wirl von einem flächendeckenden Stromausfall und einem länger andauernden Stromausfall aus.

zu den Ergebnissen in Gerolzhofen und Wasserlosen......

  • Zusammenarbeit mit den Kommunen Gerolzhofen und Wasserlosen

    Um die Bevölkerung im Landkreis Schweinfurt anzusprechen ist der BRK-Kreisverband Schweinfurt in Zusammenarbeit mit der Stadt Gerolzhofen und der Gemeinde Wasserlosen in deren Kommunen gegangen und hat sich mit Hilfe von Studenten der FHWS - mit freundlicher Unterstützung der beiden Kommunen und deren Bürgermeistern Thorsten Wozniak und Anton Gößmann - umgesehen.

    So gingen zwei Teams von Studenten in die beiden sehr unterschiedlichen Kommunen: Gerolzhofen eine Stadt mit großer Infrastruktur (Krankenhaus, Einkaufsmärkte, Altenpflegeinrichtungen, Banken,..) und Wasserlosen eine Gemeinde mit 8 Dörfern und geringer Infrastruktur.

    Gerade die Unterschiedlichkeit war die spannende Frage, wie anfällig die Bevölkerung bei einem Blackout wäre.

    zu den Ergebnissen in Gerolzhofen und Wasserlosen......

  • Zusammenarbeit mit der ÜZ Mainfranken

    Die ÜZ (Überlandzentrale) Mainfranken in Lülsfeld war seit Anbeginn des Projektes Partner des BRK. Das Thema Stromsicherheit ist ein wichtiges Thema der ÜZ. Aufgrund der vielen Stromproduzenten mit den bekannten alternativen Energiefomen, wie Photovoltaik, Biogas oder Windkraft, liefert die ÜZ in der Summe mehr Strom in das deutsche Stromnetz als die Verbraucher benötigen. Da aber Nachs keine Sonne scheint und der Wind auch nicht immer gleichmäßig bläst, gibt es Spitzenzeiten, in denen auch Strom aus dem Netz benötigt wird.

    Dadurch wird deutlich, dass das Stromnetz ein Verbundnetz ist, bei dem alles zusammen hängt. Sollte ein Netzpartner ausfallen, müssen die anderen die Defizite und Überkapazitäten versuchen auszugleichen.

    Mit Dipl. Ing. (FH) Jürgen Kriegbaum, Bereichsleter Netzservice der Unterfränkischen Überlandzntrale eG hatten wir einen hochkompetenten Berater und Partner in der Entwicklung des Projektes an der Seite.

  • Zusamenarbeit mit der FH WS und IREM

    In Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bradl von der FHWS mit seinem Institut für Rettungswesen, Notfall & Katastrophenmanagement konnte ein Partner gewonnen werden, mit dem wir vor Ort in den beiden Kommunen Gerolzhofen und Wasserlosen den Ist-Stand erheben konnten.

    So gingen zwei Teams von Studenten in die beiden sehr unterschiedlichen Kommunen: Gerolzhofen eine Stadt mit großer Infrastruktur (Krankenhaus, Einkaufsmärkte, Altenpflegeinrichtungen, Banken,..) und Wasserlosen eine Gemeinde mit 8 Dörfern und geringer Infrastruktur.

    Fragebogen

    Mittels eines Fragebogens wurde die Bevölkerung befragt:

    • Sind Ihnen in der Vergangenheit bereits Schäden in Folge vom Stromausfällen entstanden?
    • Die nachfolgenden Vorräte in  Ihrem Haushalt reichen für Sie und die anderen  Haushaltsmitglieder …Tage?
    • Wie häufig überprüfen Sie ihre Vorräte u. Notfallausrüstun?
    • Gibt es bei Ihnen Haushaltsmitglieder die auf die Verwendung wichtiger medizinischer Geräte angewiesen sind?
    • Sind sie in diesem Fall eines mehrtägigen flächendeckenen Stromausfall auf Hilfe anderer angewiesen?
    • Die folgende Hilfeleistungen erwarte ich von Behörden u. staatlichen Stellen im Fall eines mehrtägigen flächedeckenden Stromausfalls...

    persönliche Befragung in Infrastruktureinrichtungen

    Die Studenten gingen auch in Einkaufsmärkte und Altenheime, befragten Versorgungsunternehmen und kommunale Einrichtungen. Sie bekamen viele interessante Antworten.

     

    Projekt VR

    Eine wetere Gruppe von Studenten erhielt folgenden Auftrag:

    Erstellung einer VR-Umgebung zur Sensibilisierung unterschiedlicher Zielgruppen zu Folgen und persönlicher Betroffenheit bei einem Stromausfall mit dem Ziel eine Resilienzsteigerung zu erreichen.

    Im Rahmen des Semesterprojektes sollten die Nutzungsgewohnheiten energieabhängiger Infrastruktur und Gerätschaften unterschiedlicher Zielgruppen identifiziert und die Auswirkungen bei einem Stromausfall über
    längere Zeit (Blackout) in einer Virtual Reality (VR) erlebbar gemacht werden.


    Mithilfe von 360 Grad Fotos wurden typische Räume aus einem häuslichen Umfeld abgebildet und die Auswirkungen eines Stromausfalls mithilfe von Geräuschen und Tönen in diesem Umfeld erlebbar gemacht. Das Ziel des Projektes war es, in Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz (BRK), Kreisverband Schweinfurt, eine Simulation zu erstellen, die die Menschen hinsichtlich dieses Themas sensibilisiert sowie im besten Fall eine Verhaltensänderung anstößt. Im Herbst 2019 wird die Simulation im Rahmen einer Wandermesse bzw. Aufklärungskampagne in Schweinfurt durchgeführt werden.

    Der Bevölkerung sind die Gefahren eines Blackouts weitestgehend unbekannt. Da die Gefahr eines Blackouts aber auch heute allgegenwärtig ist, soll die Bevölkerung stärker für dieses Thema sensibilisiert werden.
    Besonders das richtige Verhalten während eines Blackouts und die richtigen Vorbereitungen müssen den Menschen nähergebracht werden. Erfahrungen aus der virtuellen Realität könnten genutzt werden, um eine gesteigerte Sensibilisierung zu erreichen und einen Reflektionsprozess bei den Menschen anzuregen.

    Diese VR-Umgebung soll Teil der Wanderausstellung werden.

  • KOPHIS - Kontext von Pflge- und Hilfsbedürftigen stärken

    Die Zahl der pflege- und hilfsbedürftigen Menschen in unserer Gesellschaft nimmt bedingt durch die demographische Entwicklung stetig zu. Viele dieser Menschen werden von Angehörigen oder ambulanten Pflegekräften im heimischen Umfeld versorgt.

    In Extremwetterlagen oder anderen Katastrophenlagen besteht die Heraus-forderung, diese Menschen zu versorgen, wenn beispielsweise Pflegekräfte sie nicht mehr erreichen können. In derartigen Situationen stellt sich die Frage,  welche Personen in der Umgebung Hilfe benötigen und wer die Versorgung der  betroffenen Menschen unterstützen kann kann.

    Im Projekt KOPHIS sollen daher  Unterstützungsnetzwerke aus Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben, Pflegeeinrichtungen, Angehörigen und aktiven zivilgesellschaftlichen Akteuren aufgebaut und gestärkt werden. Hierzu werden die Bedürfnisse der betroffenen bzw. betreuenden Personen ermittelt und Unterstützungskonzepte sowie Informationsmaterialien erarbeitet.

    Das Forschungsprojekt KOPHIS zielt darauf ab, pflege- und hilfsbedürftige Menschen in Privathaushalten für alle katastrophenrelevanten Phasen zu stärken. Die diversen Bedarfe dieser heterogenen Bevölkerungsgruppe sind im Kontext von Katastrophenvorsorge und Katastrophenschutz bisher kaum strukturiert beachtet worden. Das Projekt KOPHIS rückt diese Gruppe daher in den Mittelpunkt und strebt eine engere Vernetzung von bislang separat voneinander existierenden Bereichen des Bevölkerungsschutzes an. Mit dieser Verzahnung und der Einbeziehung der jeweiligen sozialen Kontexte der Betroffenen beschreitet KOPHIS neue Wege im Bevölkerungsschutz. Denn für die Stärkung der Resilienz gilt auch mit Blick auf die Gruppe der Menschen mit Pflege- und Hilfsbedarf der Grundsatz: „In Krisen Köpfe kennen.

  • Wintersturm - Ergebnisse der Katastrophenforschungsstelle

    Bislang ist nicht systematisch erforscht, welche konkreten Unterstützungsbedarfe und -potentiale  in Bezug auf hilfs-und pflegebedürftige Menschen in Krisensituationen vorhanden sind. Damit fehlt es an Grundlagenwissen, um die Verletzlichkeit (im Folgenden Vulnerabilität) dieser wachsenden Bevölkerungsgruppe adäquat bewerten und Maßnahmen zur Vulnerabilitätsreduktion ergreifen zu können. Dieses  Desiderat  adressiert  das  BMBF-geförderte  Forschungsprojekt  KOPHIS  »Kontexte  von  Pflege-und Hilfsbedürftigen stärken«. Ziel des Vorhabens ist es, die Vulnerabilität von hilfs-und pflegebedürftigen  Menschen  aus  einer praxissoziologisch  geprägten  Untersuchungsperspektive,  konkretisiert  am Beispiel  eines  Wintersturmszenarios,  differenziert  zu  bewerten.  Dazu  führte  die  Katastrophenforschungsstelle (KFS) unter anderem eine deutschlandweite Befragung (n =2.018) durch.

    Die  Katastrophenforschungsstelle  (KFS)  der  Freien  Universität  Berlin verfolgte im  Rahmen  des  vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes „KOPHIS -Kontexte von Pflege-und Hilfsbedürftigen stärken“  das Hauptziel, ein Szenarien basiertes Verständnis der Unterstützungsbedarfe und Resilienzpotentiale Hilfs-und Pflegebedürftiger in ihren sozialen Bezügen zu erarbeiten.

    Modellszenario „Wintersturm mit Stromausfall“

    Im Projekt KOPHIS sollte erarbeitet werden, wie Menschen und insbesondere Hilfs-und Pflegebedürftige mit Extremsituationen umgehen und diese bewältigen. Um diese Aspekte zu erheben, wurde den Befragten eine Version des im Projekt KOPHIS fokussierten Modellszenarios „Wintersturm mit Stromausfall“ beschrieben. Die Befragten sollten sich diese Situation vorstellen und verschiedene Fragen z.B. zur Bewertung des Szenarios, zu ihrem Verhalten und ihren Bedarfen in dem Szenario allgemein und im Falle einer Evakuierung sowie zur Vorsorge beantworten.

    Es ist ein Dienstagmorgen Ende Februar. Die Temperaturen liegen deutlich unter null und es schneit seit mehreren Tagen. Dadurch sind die Straßen zugeschneit und die Zufahrtswege zu Ihrer Nachbarschaft sind nicht passierbar. Gegen 10:00 Uhr morgens bricht die Stromversorgung zusammen.

    Zusammenfassung der Ergebnisse zur Bewertung des Modellszenarios:
    • Ca. 3 von 10 Befragte halten das beschriebene Szenario für sehr oder eher wahrscheinlich.
    • Ca. 4 von 10 Befragte bewerten das Szenario als sehr oder eher bedrohlich. Bei den Hilfs-und Pflegebedürftigen liegt dieser Anteil bei 54%.
    • Für ca. 4 von 10 Befragte wäre die Situation sehr oder eher schwierig. Bei den Hilfs-und Pflegebedürftigen traf das auf 55 % zu.
    • Für ca. 6 von 10 Befragte wäre die Situation nach 24 Stunden oder früher problematisch. Dieser Anteil lag bei den Hilfs-und Pflegebedürftigen bei 74%, darunter hätten 32% nach 4 Stunden oder früher.-
    • Ca. 8 von 10 Befragte glauben mit der beschriebenen Situation zurechtzukommen. Bei den Hilfs-und Pflegebedürftigen war dieser Anteil wesentlich geringer.

    Die gesamte Zusammenfassung der Forschungsarbeit mit allen Fragen und Aus- und Bewertungen können Sie unter https://refubium.fu-berlin.de/bitstream/handle/fub188/23802/15_WP_KFS_Schulze_et_al_2019_Bedarfe_und_Ressourcen.pdf?sequence=2&isAllowed=y einsehen.

     

     

Aufbau der Stromnetze 

So selbstverständlich die Verfügbarkeit elektrischer Energie im Alltag für uns ist: Unsere Stromversorgung wird nur sichergestellt durch eine stabile, in Jahrzehnten gewachsene Energieinfrastruktur – ein komplexes Zusammenspiel aus Kraftwerken, Transformatoren, Speichern und Leitungen. Eine stabile Energieversorgung als Grundlage für Wachstum und Wohlstand ist für Deutschland als eine der führenden Industrienationen unverzichtbar.

Die Basis der Energieinfrastruktur ist das Stromnetz, das sich in mehrere Spannungsebenen unterteilt. Das Rückgrat der Energieinfrastruktur in Deutschland bilden die Strom-Transportnetze der Übertragungsnetzbetreiber. Verschiedene Netzbetreiber sind für unterschiedliche Bereiche – von der Höchstspannung bis zur Niederspannung – zuständig. Auf der Höchstspannungsebene transportieren die „Stromautobahnen“ der Republik mit bis zu 380 Kilovolt große Strommengen direkt von den Kraftwerken über weite Distanzen zu den Verteilernetzen in den Regionen. Darüber hinaus verbinden die Übertragungsnetze das deutsche Stromnetz mit dem der Nachbarländer und ermöglichen so den länderübergreifenden Energieaustausch in Europa. Insgesamt hat das Übertragungsnetz eine Länge von mehr als 35.000 km und sorgt dafür, dass allen 82 Millionen Einwohnern Deutschlands und der Wirtschaft rund um die Uhr ihrem individuellen Bedarf entsprechend Strom zur Verfügung steht.

In den Regionen selbst wird der Strom Schritt für Schritt auf eine niedrigere Spannung herunter geregelt, damit Haushalte schließlich Strom mit nur 230 bzw. 400 Volt aus der Steckdose erhalten. So genannte Verteilnetzbetreiber schließen auf dieser Niederspannungs- und Mittelspannungsebene lokale Stromabnehmer wie Einzelhaushalte an das Stromnetz an. Auf der regionalen Ebene wird der Strom ebenfalls durch Verteilnetzbetreiber über Mittelspannungsnetze verteilt. Zu den Abnehmern gehören hier größere Verbraucher, wie zum Beispiel energieintensive Unternehmen.

Weiterlesen unter: NETZENTWICKLUNGSPLAN mit Links zu den großen Übertragungsnetzbetreibern

 

Bereits erfolgte Netzzusammenbrüche vs. Netzstabilität

Die Ursachen für einen größeren Stromausfall sind sehr unterschiedlich und vielfältig. So können Anlagen des Stromnetzes beispielsweise nach Naturereignissen wie einem schwerem Sturm oder extremen Niederschlägen oder durch Tiefbauarbeiten oder Verkehrsunfällen beschädigt werden. So hat zuletzt das Sturmtief Friederike im Januar 2018 zu diversen Stromausfällen in Deutschland geführt. Auch das Münsterländer Schneechaos im Jahr 2005 hatte große Auswirkungen auf die kritischen Infrastrukturen Strom und Verkehr. Dabei bergen Kaskadeneffekte - eine Verkettung von bestimmten technischen und organisatorischen Umständen - die Gefahr, dass der gefürchtete "Blackout" eintritt. (Quelle 12)

 

Konsequenzen eines Stromausfalls für den privaten Haushalt

Auch wenn ein Stromausfall letztlich nicht ausgeschlossen werden kann, gibt es doch eine Vielzahl von Maßnahmen, die im Vorfeld umgesetzt werden können, um die Auswirkungen eines Blackout zu begrenzen.

Um die Auswirkungen eines Stromausfalls für Bürgerinnen und Bürger zu reduzieren, sollte sich jeder Haushalt so vorbereiten, dass er einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt. Dazu gehört es warme Kleidung (Ausfall der Heizung), Kerzen und Taschenlampen (Ausfall der Lichtquellen) und Batterien bereit zu halten.

Alle Industrienationen sind heute von verschiedenen Energiequellen abhängig. Hierzu gehören Elektrizität, Gas, Öl und Fernwärme, die über die jeweiligen Verteilernetze in den privaten Haushalt geliefert werden. Ausfälle gehören sicherlich zu den Ausnahmen und können in der Regel kurzfristig behoben werden. Dennoch haben die meisten Haushalte schon einmal Erfahrungen mit einem „Stromausfall“ gemacht. Dauert er nur wenige Minuten bis der Schaden behoben ist, so ist dieser Zwischenfall sicherlich ärgerlich, bleibt aber normalerweise ohne ernstere Folgen.

Doch trotz aller Vorsorgemaßnahmen der Versorgungsbetriebe gibt es Situationen, in denen die Stromversorgung über Stunden oder Tage unterbrochen werden kann. Der plötzliche Wintereinbruch Ende des Jahres 2005 zeigte, dass es auch Ereignisse geben kann, welche die Infrastrukturen der Stromnetzbetreiber erheblich zerstören oder stark beeinträchtigen können. Die Schäden und die erforderlichen Reparaturen hatten damals Stromausfälle von mehreren Tagen zur Folge. Werden aufgrund von schnell fließenden Hochwassern, wie sie in Mittel- und Hochgebirgen vorkommen können, Stromnetzinfrastrukturen zerstört, so kann es Tage oder Wochen dauern, bis der elektrische Strom wieder verfügbar ist.

Ein Stromausfall kann tief greifende Folgen haben, die weit darüber hinausgehen, dass man in der Nacht kein Licht verfügbar hat. Jedes netzbetriebene Gerät ist davon betroffen.
Hierzu gehören Wecker, Warmwasserbereiter, Kaffeemaschine, Radio, Licht, elektrischer Herd, Telefon, Computer, Aufzüge, Geldautomaten und viele andere Dinge. Selbst Heizungen sind vielfach von der Stromversorgung abhängig, auch die Ölheizung, denn der Transport des Öls vom Tank zum Brenner, seine Einspritzung und Zündung, funktionieren mittels Strom. Auf eine Heizung kann man in unseren Breitengraden gewöhnlich für eine gewisse Zeit verzichten, doch als besonderes Risiko kann sich der Ausfall unserer Kommunikationsmedien erweisen.
Fernsehgeräte, der Computer für den Internetzugang und die im Haushalt verfügbaren Radiogeräte können bei einem Stromausfall nicht betrieben werden. Kühl- und Gefrierschränke tauen ab und die darin gelagerten Lebensmittel verderben in kurzer Zeit. Mit einigen Stunden Verzögerung wird das Telefon-Festnetz nicht mehr zur Verfügung stehen. Stromabhängige Ladestationen mancher Mobil-Telefone fallen sofort aus. Die Mobilfunknetze sind nur kurze Zeit notstromversorgt. Darüber hinaus zeigt die Erfahrung, dass die Mobilfunknetze bei außergewöhnlichen Ereignissen schnell überlastet sind. Im Bereich der häuslichen Pflege fallen Hilfsgeräte aus, die möglicherweise lebenswichtig sind. Dienstleistungen wie z.B. Hausnotruf und „Essen auf Rädern“ können gestört werden.
Welche Vorbereitungen kann man treffen, um die Auswirkungen im privaten Haushalt zu reduzieren?
Hier sollte man unterscheiden, welche Maßnahmen vor, während und nach einem Stromausfall hilfreich sein können. Den Vorbereitungen kommt sicher eine besondere Bedeutung zu, da sie das Ausmaß der Beeinträchtigungen mindern können. (Quelle 12)

Risiko und Wahrscheinlichkeit eines europaweiten Strom- und Infrastrukturausfalls („Blackout“)

Für viele Menschen und auch Verantwortungsträger ist ein Blackout nur schwer vorstellbar, da noch kaum jemand von uns so etwas erlebt hat. Das letzte Ereignis, wo in Europa gleichzeitig mehrere Länder von einem Blackout betroffen waren, ist mittlerweile Jahrzehnte her. Am Ostermontag 1976 löste ein Waldbrand einen Dominoeffekt aus, wo in Folge Teile der Schweiz, Österreichs und Deutschlands für ein paar Stunden ohne Strom waren. Die Situation von damals ist in keinster Weise mit heute vergleichbar.

Blackouts gibt es auf der ganzen Welt, auch in Industriestaaten wie den USA (siehe Die fünf größten Blackouts weltweit). Zuletzt 2012 nach dem Hurrikan Sandy, wo auch New York betroffen war, oder fast jedes Jahr in der Hurrikan-Saison im Südosten der USA. Im Unterschied zu Europa ist man aber in diesen Ländern auf lokale und überregionale Störungen vorbereitet, da diese immer wieder auftreten. Daher fällt uns die Risikoabschätzung auch so schwer (siehe auch Verletzlichkeitsparadoxon bzw. Truthahn-Illusion).

Risikoeinschätzung durch das Österreichische Bundesheer


Das Österreichische Bundesheer schätzt in seiner Sicherheitspolitischen Jahresvorschau 2020 das Szenario Blackout mit einer sehr hohen Eintrittswahrscheinlichkeit binnen der nächsten 5 Jahre ein. Damit wird erstmalig von einer österreichischen staatlichen Stelle diese Risikoeinschätzung offiziell bestätigt und unterstrichen!

Trotzdem sei hier festgehalten, dass es nicht um ein konkretes Datum geht, sondern darum, dass wir uns in einer kritischen Übergangsphase bewegen, wo Dinge leichter schiefgehen können. Zudem geht es nicht um ein nationales, sondern um ein europäisches Stromversorgungssystem!

WEITERLESEN auf der Seite unseres Partners Herbert Saurugg....