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VILSS-Vulnerabilität unserer kritischen Infrastrukturen im Landkreis Schweinfurt bei einem Stromausfall

Ansprechpartner

Herr
Thomas Lindörfer
Kreisgeschäftsführer


Tel: 09721 / 94 904 - 10

lindoerfer(at)brk-schweinfurt.de

BRK-Kreisverband Schweinfurt
Gorch-Fock-Straße 15

97421 Schweinfurt

Was ist VILSS ?

Das Rote Kreuz ist nicht nur bei Unfällen und Katastrophen für Menschen in Not da, sondern bereitet sich schon im Vorfeld auf Schadensereignisse vor. So halten wir für die Bevölkerung Erste-Hilfe-Kurse um die Möglichkeit der Selbsthilfe zu stärken. Auch mit der Ausbildung von Ausstattung von Schnell-Einsatz-Gruppen bereiten wir uns schon heute auf Ereignisse vor, für die der reguläre Rettungsdienst nicht ausreicht.

So ist der Gedanke der Prävention auch für das Ereignis eines flächendeckenden Stromausfalls naheliegend. Was passiert bei einem Blackout? Wer ist alles betroffen? Können wir uns darauf vorbereiten?

All diese Fragen stellen wir uns. Wir wollen mit dem Projekt VILSS die Frage an jedes Familienoberhaupt, jeden Firmeninhaber und jeden Politiker stellen: Wie lange wollen wir im Falle eines flächendeckenden Stromausfalls - für die Personen für die ich verantworltich bin - das tagtägliche Leben weiterhin ermöglichen?

Wir reden hier sicherlich nicht von einem Stromausfall von einer Stunde - eher von 6 bis 72 Stunden (oder länger).

Wie lange habe ich etwas zu Essen und zu Trinken? Wie lange möchte ich frisches Wasser aus der Leitung bekommen? Wie lange kann ich ohne Infrastruktur, wie Heizung, Bargeldversorgung oder Einkaufen mein normales Leben aufrecht erhalten?

Mit diesem Projekt bieten wir Informationen, Gedankenanstöße und Tipps, um die Bevölkerung im Landkreis Schweinfurt krisenrobuster zu machen und die sogenannte Vulnerabilität ("Verletzbarkeit") der Gesellschaft zu minimieren.

Wir freuen uns über Ihre Gedanken hierzu! Stöbern Sie gerne in den Informationen und schreiben uns an vilss(at)brk-scheinfurt.de .

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Wie es zu dem Projekt VILSS kam........

Ausgehend von der Installierung eines BRK-Krisenmanagers, wurde im BRK-Kreisverband Schweinfurt eine Risikoeinschätzung als kritische Infrastruktur vorgenommen. Diese Risikoeinschätzung ist HIER für Sie zum Download eingestellt. Die Grundlage hierzu war eine Musterrisikobewertung des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz (s. Quellenverzeichnis 5 - 8), die wir jeder Einrichtung nur empfehlen können. So hat sich Schritt für Schritt das Projekt VILSS entwickelt.

Das Projekt VILSS mit ausgeschriebenen Namen Vulnerabilität unserer kritischen Infrastruktur im Landkreis Schweinfurt bei einem Stromausfall, ist ein besonderes und ungewöhnliches LEADER-Projekt.

Jederzeit und überall kann plötzlich ein Stromausfall passieren

So hatten wir in Schweinfurt zum Beispiel den Brand eines Umspannwerks am 4. Juli 2015, der dann einen Stromausfall in 7 Stadtteilen für bis zu 2 Stunden hervorgerufen hat. Aber auch viel jünger und zwar in Berlin hatten wir in Köpenick plötzlich am 20. Februar 2019 über 30 Stunden keinen Strom, das heißt es waren 30.000 Haushalte betroffen, die also 30 Stunden auf eine Stromversorgung gewartet haben.

Die Corona-Pandemie ist eine Katastrophe, die flächendeckend die ganze Welt erfasst hat und auch bei uns langsam aber stetig immer mehr Kranke und leider auch Tote hervorgerufen hat.

Auch ein Stromausfall kann jederzeit kurzzeitig geschehen, manchmal für weniger als eine Sekunde aber der Stromausfall kann auch für Stunden oder gar Tage und auch im Extremfall mehrere Wochen dauern. Für Haushalte, Industrieunternehmen, Landwirtschaft und kritische Infrastrukturen wie beispielsweise Krankenhäuser oder Altenheime können länger andauernde Stromausfälle einschneidende Folgen für die Bevölkerung haben und zwar für die Wasserversorgung, für die Kommunikation oder allgemein für die Unterstützung und Versorgung der gesamten Haustechnik und der Bewohner des Hauses. So ist also die Eigenvorsorge und das Verständnis hierfür bei vielen Personen leider viel zu gering ausgeprägt.

Mit dem Projekt VILSS wollten wir vom Roten Kreuz, Kreisverband Schweinfurt, am Beispiel von 2 Kommunen und zwar konkret Gerolzhofen und Wasserlosen, auf die Verletzbarkeit bei einem Stromausfall im Kontext auf diese Zeitdauer aufmerksam machen.

Vielen Dank an dieser Stelle an die Stadt Gerolzhofen und die Gemeinde Wasserlosen, die spontan dabei waren und ausgewählt wurden. Da die Stadt Gerolzhofen als Mittelzentrum mit Einkaufsläden, Krankenhaus, Schwimmbad und auch stationären Altenpflegeeinrichtungen eine Vielzahl an Strukturen innerhalb der Stadt vorzuweisen hat und Wasserlosen als Flächengemeinde mit mehreren Ortsteilen sehr schwach ausgestattet ist, wurden die beiden sehr unterschiedlichen Kommunen für die Vielfältigkeitim Landkreis Schweinfurt ausgewählt.

zu den Ergebnissen in Gerolzhofen und Wasserlosen......

Besonderer Ansatz ist auch zu Beginn des Projektes VILSS gewesen, dass es in der Literatur eine Vielzahl an Publikationen zum Thema Stromausfall und Blackout gibt. Ein direkter Bezug durch Kommunen "vor der Tür" im eigenen Landkreis Schweinfurt würde jedoch eine stärkere Identifikation von Bürgern und Entscheidern für das Thema positiv beflügeln.

VILLS will den Veränderungswillen für eine Vorbereitung auf einen Stromausfall bei Entscheidern (im kommunalen, unternehmerischen und Familienkontext)  verstärken und fördern.

Wie kann ich mich auf einen möglichen Stromausfall einstellen?"

Die ganz persönlichen Frage "Wie kann ich mich auf einen möglichen Stromausfall einstellen?" soll auf jeder Ebene und in jedem Kontext sich selbst gestellt werden. Mit dem Projekt VILLS ist die Schaffung von Informationsmöglichkeiten zum Themenkomplex Stromausfall und Notfallsicherheit die Grundlage für das erhoffte Changemanagement. Die Aufklärung über Präventionsmöglichkeiten sowie die Förderung des Verständnisses für die Gefährdung von Infrastrukturen, wollten wir mit diesem Projekt darstellen.

 

 

 

Umsetzung des Projektes VILSS

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Mit einer Wanderausstellung für öffentliche Räume im Landkreis Schweinfurt, wie zum Beispiel Rathäuser, im Landratsamt, Banken oder anderen Einrichtungen sowie Flyer und einem ausführlichen Handout sowie einen Internetauftritt mit Informationen und weiterführenden Links und Download-Angeboten sowie dem Angebot von Vorträgen mit Informationen zu den Ergebnissen des Projektes wird das Projekt konkret im Landkreis Schweinfurt umgesetzt.

Herr BRK-Kreisgeschäftsführer Thomas Lindörfer konnte hervorragend als Mitglied der Leader-Lenkungs Gruppe mit dem Projekt VILLS an das Entwicklungsziel 4, Handlungsfeld 5 der Leader-Ziele "resiliente Strukturen, Bewusstseinsbildung und Aktivitäten für Notfall sichere zukunftsweisende Infrastruktur" anknüpfen. Der innovative Ansatz des Projektes ist regional vorhanden und hat auch einen positiven Beitrag zur Demokratie. Nachdem hier ein Lernen zwischen den Generationen sehr gut möglich ist und sich das Projket zur Vernetzung der Akteure anbietet, konnte durch mehrere Sitzungen und Besprechungen mit verschiedensten Playern das Thema erfolgreich weiter getragen werden. Die überregionale Bedeutung durch den besonderen Ansatz des Projektes, konnte sich ebenfalls darstellen da heute in Ober-Mittelfranken, in Schwaben und auch auf einem Katastrophenschutzkongress in Niederbayern Oberpfalz darüber berichtet werden konnte.

Durch eine Vielzahl von vielen Informationen während der Corona-Pandemie, ist der Begriff KRITIS und kritische Infrastrukturen in der Bevölkerung bekannt. Durch ein Blick auf die Grundbedürfnisse im Leader-Gebiet Schweinfurter Land konnte man feststellen, dass Güter wie Trinkwasser und Stromversorgung immer gewährleistet sein müssen. Hinzu kommen Infrastrukturen die für die Erhaltung unserer rechtsstaatlichen Grundordnung einschließlich des Vertrauens der Bevölkerung, unabdingbar sind. Darunter fallen zum Beispiel Polizei, Feuerwehren und nicht zuletzt auch die Rettungsdienste. Der Schutz unserer kritischen Infrastrukturen ist eine Querschnittsaufgabe für alle.

Für wie lange möchte ich im Falle eines Stromausfalls meine übliche Lebensqualität erhalten?

Wie eine sehr persönliche Ansprache wollen wir die Bevölkerung, wie aber auch andere Entscheider auf das Thema einschwören und zwar die eine Frage stellen: "Wie möchte ich mich persönlich auf ein solches Szenario einstellen"? Dazu ist gemeint, dass es immer jeden Einzelnen ganz persönlich angeht: sei es in der Familie, im sozialen oder beruflichen Umfeld sich zu überlegen, was könnte denn alles passieren würde, wenn der Strom nicht mehr vorhanden ist. Was ist, wenn gewohnte und liebgewonnene Dinge plötzlich nicht mehr möglich sind? Und ist es mir wert, Vorsorge dafür zu treffen? Daran schließt sich auch die zweite Frage an: Für wie lange möchte ich im Falle eines Stromausfalls meine übliche Lebensqualität erhalten? Hier ist also eine langfristige Betrachtungsweise für eine strukturelle Adaption bei Planungs- Bau und Entwicklungskonzepten gemeint.

Dies bedeutet: Falls für Sie als Leser die Aussage stimmt: "Wenn ich jetzt eine Minute keinen Strom habe,  ist es für mich kein Problem - ich brauche nichts zu tun", dann ist es für Sie so richtig. Was aber sagen Sie nach 2 Stunden ohne Strom? Vielleicht bekommen Sie im Winter Probleme mit Ihrer Heizungsanlage oder nach 8 Stunden ohne Strom taut Ihr Gefrierschrank auf.....

Wie fühlen Sie sich, wenn beispielsweise nach 24 Stunden ohne Strom Probleme in der Trinkwasserversorgung auftreten und Ihre Familie kein Trinkwasser hat?

zu den Ergebnissen in Gerolzhofen und Wasserlosen......

Als Entscheider im politischen Bereich gilt es das Thema natürlich auf einer viel höheren Ebene zu betrachten. Als Gemeinderat wünschen wir uns Überlegungen, wie lange möchte wir im politischen Entscheidungsgremium unsere Bevölkerung lebensfähig halten? Wie lange hält meine Trinkwasserversorgung in der Gemeinde? Wie lange haben wir entsprechende Möglichkeiten, Abwässer auch bei Regen richtig zu verarbeiten, wie lange hält die Telekommunikation wenn kein Strom in der Gemeinde vorhanden ist?

Wer ernsthaft diese Gedanken zulässt, stellt schnell fest, dass es doch viele Bereiche gibt, in denen Unterstützung oder eine Nachbesserung notwendig sein könnte.

Die zu überbrückende Zeitspanne der Stromunterbrechung - das sogenannte Schutzziel -  ist für die Überlegungen sehr wichtig. So ist für einen kurzen stromlosen Zustand relativ wenig zu tun. Wenn man aber eine Woche lang autark selbständig arbeiten und leben möchte, wird der Bedarf einer Bevorratung von Lebensmitteln und Energien in der Familie sowie auch bauliche Umsetzungen in der Infrastruktur notwendig. Diese sind nur durch eine langfristge Strategie und grundsätzlichen Beschlüssen innerhalb der Gemeinde und politischen Gremien möglich.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und stehen gerne für Gespräche offen.